98. Jahrestagung der DOG 2000

K 392

Okuläre Komplikationen bei Diodenlaserepilation im Gesichtsbereich

D. Wessely, S. Münnich

Einleitung: Diodenlaser werden zunehmend zur Epilation von Haaren in allen Körperbereichen angewendet. Durch seine hohe Energie und Eindringtiefe in das Gewebe werden die Haarfollikel zerstört, die sich in der Wachstumsphase befinden.

Kasuistik: Eine 25-jährige Patientin stellte sich mit Blendungsgefühl und entrundeter Pupille am linken Auge vor. Vier Stunden zuvor war sie in einem Laser-Studio mit einem gepulsten Diodenlaser (LightSheer, Coherent Medical Systems, Wellenlänge 810 nm) am linken Oberlid behandelt worden. Dabei hatte die Patientin einen kurzen starken Schmerz am linken Auge verspürt. Befund: Visus R/L sc 1,25, Tensio R/L 8 mmHg, multiple kleine, gerötete Lasereffekte im gesamten Gesichtsbereich, besonders auf dem temporalen Oberlid links. Linkes Auge: 3 weiße Narben der tarsalen Oberlidbindehaut, Vorderkammer mitteltief, Tyndall +, Blutzellen ++, Pupille nach 4 Uhr entrundet, fehlender Irissphinkter zwischen 2 und 6 Uhr, Irispigment-epitheldefekte zwischen 1 und 6 Uhr, Linse klar, Fundus R/L altersentsprechend regelrecht.

Ergebnisse: Durch die Eindringtiefe des Diodenlasers und die geringe Dicke des Oberlides kam es zur Absorption der Laserenergie im Auge, vorallem im Pigmentepithel der Iris. Unter lokaler Kortikosteroidtherapie bildete sich der intraokulare Reizzustand zurück, die Pupillenentrundung und das Blendungsgefühl blieben dauerhaft.

Zusammenfassung: Bei Behandlungen mit Diodenlasern im Gesichts-bereich müssen okuläre Affektionen vermieden werden. Dies erfordert, dass bei Behandlung im Lidbereich der Bulbus durch das Einsetzen einer Metallschale geschützt werden sollte.

Universitäts-Augenklinik, Josef-Schneider-Straße 11, D – 97080 Würzburg



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