98. Jahrestagung der DOG 2000

K 394

Darstellung der Diagnose, Therapie und Pathophysiologie kongenitaler Dakryozystozelen am Beispiel von drei Neugeborenen

S. Hübsch, M. Gräf, G. Alzen, T. Klimek, I. Reiss

Einleitung:

Kongenitale Dakryozystozelen sind in der deutschsprachigen Literatur selten beschrieben. Der bei diesem Krankheitsbild innerhalb der Tränenwege entstehende Sekretstau führt zu einer Schwellung unterhalb des nasalen Lidwinkels, die von anderen Tumoren zu differenzieren ist.

Patienten und Methoden:

Bei drei Neugeborenen wurde durch Tränenwegssondierung und nasale Endoskopie eine konnatale Dakryozystozele dargestellt. Es erfolgte eine rhinoskopische Eröffnung der sich weisslich vorwölbenden Dakryozystozele durch Inzision unterhalb der unteren Nasenmuschel. Die Eröffnung auf der Seite der Canaliculi lacrimales erfolgte mit einer Bangerter-Spülsonde.

Ergebnisse:

Nach der Tränenwegssondierung kam es zu einem retrograden Ausfluss von klarem Sekret und weissflockigem Detritus. Nach erneuter Füllung der Dakryozystozele mit Spülflüssigkeit und nasaler Eröffnung unter Sicht, gelangte anterograd klares Sekret und weissflockiger Detritus aus der Dakryozystozele. Ein zweiter Eingriff war nicht erforderlich.

Schlussfolgerung: Eine Dakryozystozele kann durch Inspektion, Palpation, Sonographie, Tränenwegs-Sondierung und nasale Endoskopie einfach diagnostiziert werden. Wenn die Eröffnung durch anterograde Tränenwegssondierung nicht problemlos möglich ist, kann die Dakryozystozele endonasal unter Sicht inzidiert werden. Dabei ist eine interdisziplinäre Behandlung sinnvoll. Eine aufwendige radiologische Diagnostik war in allen drei Fällen nicht erforderlich.

Augenklinik für Schielbehandlung und Neuroophthalmologie der Justus-Liebig-Universität, Friedrichstr. 18, 35392 Gießen



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