98. Jahrestagung der DOG 2000

K 398

Dakyozystotomie und mikrochirurgische Tränensackrekonstruktion bei Dakryolithen

R. Guthoff, T. Littan, W. E. Lieb

Hintergrund: Dakryolithen werden in 8 bis 14% bei Dakryozystorhinostomien gefunden. Die Beseitigung dieses Passagehindernisses kann durch chirurgische oder durch nicht-invasive radiologische Methoden oder selten spontan erfolgen. Wir stellen zwei Patienten mit Entfernung der Dakryolithen durch Dakryozystotomie ohne Osteotomie vor.

Kasuistik: Ein 47-jähriger Patient stellte sich mit chronischer Dakryozystitis rechts vor. Die übrige Vorgeschichte war unauffällig. Klinisch zeigte sich eine postsaccale Stenose mit eitrigem Reflux. Im koronaren CT der Nasennebenhöhlen fand sich ein erweiterter Saccus lacrimalis mit Konkrementen.

Eine 22-jährige Patientin stellte sich erstmalig bei uns mit hämorrhagisch-eitriger Dakryozystitis rechts bei klinisch postsaccaler Tränenwegsstenose vor. Zwei Jahre zuvor war eine Tränenwegsendoskopie mit Silikonschlauchintubation durchgeführt worden. Die präoperativ durchgeführte Dakryozystographie zeigte eine Obliteration im oberen Bereich des Tränensackes.

Bei beiden Patienten wurde eine Entfernung der Dakryolithen über eine Dakryozystotomie vorgenommen und anschließend eine Silikonschlauchintubation in den freigelegten Ductus nasolacrimalis und primären Wundverschluß des Tränensackes durchgeführt.

Bei beiden Patienten bestand im Verlauf 11, bzw. 6 Monate postoperativ klinisch und dakryozystographisch (DSA-Technik) eine freie Tränenwegsdurchgängigkeit.

Diskussion: Die Genese von Dakryolithen ist unklar. Sie treten gehäuft bei chronischer Dakryozystitis und bei Frauen auf. Dakryolithen sind assoziiert mit Infektionen durch Aktinomyzeten, Candida species und Pityrosporum orbiculare. Des weiteren wurden Dakryolithen bei chronischer Einnahme von topischen Adrenalinpräparaten bei Glaukompatienten gefunden.

Techniken zur Entfernen der Dakryolithen bestehen in nicht-chirurgischen Methoden durch fluoroskopisch geführte Dakryoplastik mittels Ballondilatation und chirurgisch im Rahmen einer externen oder endonasalen Dakryozystorhinostomie.

Zusammenfassung: Die in unseren Fällen durchgeführte Dakryozystotomie mit mikrochirurgischer Tränensackrekonstruktion zur Entfernung der Dakryolithen stellt ein alternatives chirurgisches Verfahren dar. Eine Osteotomie ist nicht erforderlich und durch Silikonschlauchintubation kann eine freie Passage gesichert werden.

Universitäts-Augenklinik Würzburg, Josef-Schneider-Str. 11, D-97080 Würzburg



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