98. Jahrestagung der DOG 2000
K 399
Tränenwegsversorgung mittels Ringintubation bei Verletzungen des Ober- und Unterlids
L. Wiegmann, M. Gaszczyk, M. Kohlhaas
Einleitung: Eine retrospektive Untersuchung von 47 Tränenwegs-verletzungen der Jahre 1990- 1999 sollte Aufschluß über die Zusammen-setzung des Patientenkollektivs und Ergebnisse des ophthalmo-chirurgischen Vorgehens geben.
Methoden: In den Jahren 1990-1999 wurde an 44 Patienten im Alter zwischen 1 und 74 Jahren eine Lid und Tränenwegsrekonstruktion mittels Ringintubation durchgeführt. Die Geschlechterverteilung zeigte 25% Frauen und 75% Männer, das Durchschnittsalter der operierten Patienten lag bei 30.8 Jahren. Beim Verletzungsmechanismus ergab sich, daß 20% der Patienten bei einem VerkehrsunFall, 23% durch Gewalteinwirkungen, 48% im Zusammenhang mit einem HausunFall und sich 9% der Patienten am Arbeitsplatz verletzen. Bei 63% der Patienten war das Unterlid, bei 23% das Oberlid und bei 14% beide Lider betroffen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug 3,2 Tage.
Ergebnisse: Bei 44 von 47 Patienten ließ sich in der Versorgung eine Wiederherstellung der Tränenwege mittels Ringintubation erreichen. Die durchschnittliche Liegezeit der Ringintubation betrug 101 Tage. Von den 44 Patienten mußten sich 9 einer Nachoperation (Keilexzision, Bindehautnaht, Kürzen der Ringintubation, Granulomexzision, Richten der Ringintubation) unterziehen.
Schlussfolgerung: Im Falle einer Lidverletzung mit Tränenwegsbeteiligung ist die Tränenwegsrekonstruktion mittels Ringintubation eine obligate und erfolgreiche Behandlung. Es sollte versucht werden, eine Liegezeit der Silikonschlauchintubation von mindestens 3 Monaten zu erreichen.
Augenklinik, Universität Hamburg, Martinistraße 52, D-20246 Hamburg
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