K 408
M. Scherer, U. Pleyer, S. Priem*, L. Bergmann, G.
Burmester*, A. Krause*
Abteilungen für Augenheilkunde und Rheumatologie*, Charité, Humboldt-Universität, Augustenburger Platz 1, D-13353 Berlin
Einleitung: Uveitis ist zwar eine vielbeachtete Manifestation der Lyme-Borreliose, jedoch kann es aufgrund unspezifischer klinischer Befunde und der Zeitspanne bis zur Ausbildung nachweisbarer Antikörper-Titer zur Verspätung in der Diagnosestellung kommen. Die vorzustellende Untersuchung hatte zum Ziel, die diagnostische Bedeutung einer B. burgdorferi-PCR im Urin von Patienten mit okuärer Lyme-Borreliose zu bewerten.
Methoden: Sechs Patienten mit Uveitis und klinisch sicherer Lyme-Borreliose wurden in die Studie eingeschlossen. 30 Patienten mit Uveitis anderer Genese dienten als Kontrollgruppe. Für die Lyme-Serologie wurde ein Antigen-ELISA und ein Western-Blot durchgeführt. Die Urinproben wurden mit Hilfe eines PCR-Protokols und zweier Primer auf B. burgdorferi-DNA untersucht.
Ergebnisse: Nur zwei der sechs Patienten mit okuärer Borreliose waren seropositiv für spezifische Antikörper gegen B. burgdorferi im ELISA, während alle sechs einen positiven Western-Blot zeigten. Eine positive B. burgdorferi-PCR fand sich bei wenigstens einem Primer bei allen Borreliose-Patienten mit Uveitis. Dagegen zeigten nur vier der 30 Kontrollen eine positive Lyme-Serologie (zwei im ELISA, vier im Western-Blot), und B. burgdorferi-DNA konnte mittels PCR in keiner der Urinproben nachgewiesen werden.
Diskussion: Die Urin-PCR könnte bei Patienten mit Uveitis ein wertvolles zusätzliches Laborwerkzeug zur Diagnose einer okulären Borrelioseinfektion darstellen. Ihre Sensitivität und Spezifität muß jedoch durch umfangreichere Studien belegt werden.
Mit Unterstützung der DFG (Pl 150/9-1, Kr 997/2-1)