98. Jahrestagung der DOG 2000

K 41

Muß bei Vorliegen einer rheumatischen Polyarthritis die Indikation für eine Amnionmembran-Transplantation anders gestellt werden?

B. Gabler, C. P. Lohmann

Hintergrund: Die Transplantation von humaner Amnionmembran (AMT) gewinnt in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung bei der Therapie von schwerwiegenden Veränderungen der Augenoberfläche. Bei einem kontinuierlich breiter werdenden Indikationsspektrum stellen die chronischen Epitheldefekte und Ulcerationen der Hornhaut weiterhin die klassische Indikation mit sehr guten Erfolgsausichten dar. Dabei liegt bei einigen Patienten mit Epitheldefekten / Ulcera ursächlich oder begleitend eine rheumatische Polyarthritis (PCP) vor, was möglicherweise den Erfolg einer solchen Operation beeinflußt.

Patienten und Methoden: Wir führten im Zeitraum der letzten 15 Monate bei 17 Patienten eine AMT mit der Indikation eines persistierenden Epitheldefektes oder Ulzeration der Hornhaut durch. Bei 6 der 17 Patienten lag eine PCP vor, welche entweder unter Therapie stand oder inaktiv war. Die postoperative lokale Medikation besteht aus corticosteroidalen und antibiotischen AT (temporär) sowie Tränenersatzmittel (dauerhaft).

Ergebnisse: Bei 13 von 17 Patienten, darunter alle Patienten ohne PCP und 2 mit PCP, konnte eine Befundverbesserung in Sinne eines Epithelschlusses festgestellt werden. Bei allen 4 Patienten, wo kein Epithelschluss erreicht werden konnte oder innerhalb kurzer Zeit ein Rezidiv eintrat, lag eine PCP vor. Insgesamt wiesen damit nur 2 von 6 PCP-Patienten ein positives Ergebnis nach AMT auf.

Diskussion: Während durch die AMT bei allen Patienten (n=11) ohne PCP ein stabiler Oberflächenverschluß erzielt werden konnte, gelang dies nur bei 2 von 6 Patienten mit PCP. Neben der meist starken Ausprägung eines rheumatischen Sicca-Syndroms könnten immunologische Aspekte zu der deutlich erhöhten Mißerfolg-/ Rezidivrate unter den PCP-Patienten beitragen. Vor einer AMT bei PCP-Patienten halten wir eine erneute internistische Abklärung der rheumatischen Aktivität sowie ein konsequentes Ausschöpfen aller konservativen Therapiemöglichkeiten für sinnvoll. Postoperativ sollte eine intensive Nachsorge erfolgen.

Augenklinik der Universität Regensburg, Franz-Josef-Strauß-Allee, D-93042 Regensburg



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