98. Jahrestagung der DOG 2000

V 410

Anti-nukleäre Antikörper (ANA) bei Uveitis

C. Urbat, J. A. Reichelt, B. Wiechens, B. Nölle

Hintergrund: Themen der zellulären Immunreaktivität dominieren immunologische Fragestellungen und haben die Bearbeitung der humoralen Immunologie in den Hintergrund gedrängt. Wir prüfen, ob die Bestimmung von Autoantikörpern gegen Zellkernantigene (ANA) einen Stellenwert in der Diagnostik von okulären Entzündungen hat.

Patienten und Methodik: ANA wurden im Serum von Probanden und Patienten mit der indirekten Immunfluoreszenz an Hep-2 Zellen, Gefrierschnitten humaner Retina und/oder an kultivierten Retinapigmentepithelien (RPE) bestimmt. Untersucht wurden (A) 256 Gesunde, (B) 239 Uveitispatienten, (C) 685 Patienten mit verschiedenen systemischen Autoimmunerkrankungen.

Ergebnisse: Bis zu 5% der gesunden Probanden wiesen ANA in überwiegend geringer Konzentration auf. Uveitispatienten zeigten signifikant gehäuft in 13,6% ANA, ähnlich lag die Gruppe von Autoimmunerkrankungen (14,5%). Die Frequenz der ANA unterscheidet sich bei verschiedenen Uveitisformen: akute anteriore Uveitis (n=43, 7%), Toxoplasmose-Chorioretinitis (n=17, 6%), intermediäre Uveitis (n=37, 19%), chronische anteriore Uveitis (n=58, 28%), posteriore Uveitis (n=81, 28%). Patienten mit juveniler chronischer Arthritis und chronischer anteriorer Uveitis waren zu 100% ANA-positiv, ebenso weist die Gruppe der peripheren multifokalen Chorioretinitis oft, zu 45% ANA auf. Die ANA-Bestimmung an Humanretina korreliert zu den Routinebestimmungen (r=0.68, n=215). An RPE festgestellte Fluoreszenzmuster unterscheiden sich allerdings von den Hep-2 Mustern.

Schlußfolgerung: Die ANA-Bestimmung ist diagnostisch wegweisend bei chronischer Iridozyklitis, sie hat insgesamt aber keinen hohen differentialdiagnostischen Stellenwert bei der Uveitis. Der ANA-Nachweis weist bei zahlreichen Uveitiden auf eine variable und vielgestaltige Fehlregulation des Immunsystems hin.

Universitäts-Augenklinik, Hegewischstr. 2, D-24105 Kiel



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