98. Jahrestagung der DOG 2000

K 414

Operationsergebnisse bei exogener Endophthalmitis an der Charité-Augenklinik von 1988-1999

K.-H. Velhagen, S. Kaduk, H. Baatz

Einleitung: In einer retrospektiven Untersuchung unseres Krankengutes von 1988–1999 wurde der postoperative Verlauf von 94 Patienten mit exogener Endophthalmitis, die in unserer Klinik eine pars-plana Vitrektomie erhielten, analysiert.

Material und Methoden: Die Krankenakten wurden u.a. im Hinblick auf die folgenden Parameter untersucht: Art der Erstoperation, Zeit bis zum Auftreten erster entzündlicher Symptome, Zeitraum zwischen Diagnose und Vitrektomie, Erreger, Grunderkrankungen, Einfluss der Hinterkammerlinsenexplantation, Wochentag der Überweisung, prä- und postoperativer Visus. Die Indikation zur Vitrektomie wurde gestellt bei fehlendem Fundusrot bzw. echosonografischem Hinweis auf Glaskörperinfiltration oder VisusabFall auf unter 1/24. Die Vitrektomien verteilten sich auf zwei Operateure. Alle Vitrektomien wurden über einen pars-plana Zugang durchgeführt. Vor Beginn der Vitrektomie wurde Glaskörper für die mikrobiologische Untersuchung gewonnen. Nach Versuch der vollständigen Vitrektomie wurden 5µg Gentamicin in den Glaskörperraum injeziert.

Ergebnisse: Die Mehrzahl der Patienten (29) stellte sich 3-4 Tage nach der Erstoperation mit Symptomen einer Endophthalmitis vor. Die Erstoperation war in 47 Fällen eine ECCE, 29 mal eine Phakoemulsifikation und in zwei Fällen eine Sekundärimplantation. Die Hälfte wurde nicht am Tag der Diagnosestellung in unsere Klinik überwiesen. Präoperativ war der Visus bei 96% der Patienten Lichtschein bis Handbewegung. Der frühe postoperative Visus lag bei über der Hälfte der Patienten zwischen 1/18 und 0,2. Sieben Augen mussten enukleiert werden. Sechs Monate nach Vitrektomie konnte nur bei ca. 50% der Patienten die Sehschärfe erfragt werden. Dabei hatten 7 Patienten einen Visus von Handbewegung bis Fingerzählen, 10 Patienten von 1/60-0,2, 3 Patienten von 0,25-0,4 und 10 Patienten von 0,5-1,0. Mit 35 Patienten wurden Freitags und Montags über 1/3 der Endophthalmitiden zugewiesen.

Diskussion: Die postoperativen Ergebnisse zeigen, dass bei Hinweis auf Glaskörperinfiltration eine schnellstmögliche Vitrektomie sinnvoll ist.

Augenklinik Charité, Humboldt Universität, Augustenburger Platz 1, D-13353 Berlin



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