98. Jahrestagung der DOG 2000
K 416
Intraokulare Befunde und Diagnostik bei 38 Patienten mit histologisch nachgewiesener systemischer Sarkoidose aus Deutschland
A. Hassenstein, V. Knospe, G. Richard
Einleitung: Intraokulare Augenbefunde bei Sarkoidose sind in Studien aus den USA mit 35% für die vordere Uveitis, 25% für die hintere und 20-30% für bereits bestehende Spätfolgen bei Erstpräsentation angegeben worden. Wir berichten über das Spektrum und diagnostische Möglichkeiten bei 38 Patienten.
Patienten: Bei 38 Patienten (68 Augen) im Alter von 11-58 Jahren (Mittel: 42.7 Jahre), die 1987-1997 an einer histologisch nachgewiesenen Sarkoi-dose mit intraokularen Augenmanifestationen litten, wurden die voll-ständigen Datensätze retrospektiv evaluiert.
Ergebnisse: Es fand sich bei 15 Patienten (22 Augen)(=32.4%) eine Uveitis anterior: granulomatöse Keratouveitis 10 Augen, Irisgranulome 6, Granuome im Trabekelwerk 3 Augen, und bei 22 Patienten (42 Au-gen)(=61.8%) eine Uveitis intermedia und posterior: granulomatöse Perivaskulitis 18 Augen, zystoide Makulopathie 8, pars plana Auflagerun-gen 6, Neuroretinitis 4, Optikusneuritis 3, Chorioiditis 3 Augen. Spätfolgen bei Erstpräsentation lagen bei 22 Patienten (39 Augen)(57.9% resp. 57.4%) vor: hintere Synechien 14x, Sekundärglaukome 10x, Cataracta complicata 8x, Optikusatrophie 6x, intraokulare Kalzifizierung 1x. Die weiterführende Diagnostik beinhaltete Optische Kohärenztomographie, Fluoreszenzangio-graphie und Kernspintomographie, ACE und Kalzium-Bestimmungen i.S.
Diskussion: Im Gegensatz zu den US-epidemiologischen Studien mit heterogener ethnischer Zusammensetzung sind intraokulare Entzündungen bei nachgewiesener Sarkoidose in einem deutschen Krankengut zu mehr als 60% intermediäre und posteriore Uveitiden. Mögliche weiterführende Untersuchungen werden diskutiert.
Augenklinik mit Poliklinik des Universitäts-Krankenhauses Eppendorf, Martinistr. 52, D-20251 Hamburg
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