98. Jahrestagung der DOG 2000
VV 418
Ätiologie, kombinierte medikamentöse und chirurgische Therapie und Verlauf bei endogen fortgeleiteter Endophthalmitis: Ein 10-Jahres-Rückblick
K. Zell, K. Engelmann
Einleitung: Von 1989 bis 1999 wurden insgesamt 27 Augen von 25 Patienten aufgrund einer endogen fortgeleiteten Endophthalmitis in der Universitaets-Augenklinik Harnburg Eppendorf therapiert. Ziel dieser Studie ist die Analyse des Behandlungserfolges in Hinblick auf prädisponierende Faktoren, Erreger und Therapiemodus.
Methoden: Irn Rahmen einer retrospektiven Studie wurden die konse- kutiven Daten aller in dem oben genannten Zeitraum behandelten Patien- ten erhoben.
Ergebnisse: Alle Patienten wiesen mindestens einen, die Entstehung einer endogen fortgeleiteten Endophthalmitis begünstigenden Risikofaktor auf. Zu den häufigsten zählten: Malignome (29.6%), Diabetes mellitus (25.9%), intravenöser Drogenmißbrauch (25.9%) sowie große operative, vor allem gastrointestinale Eingriffe (25.9%). Bei 51.9% der Patienten kam es irn Rahmen einer Fungärnie und bei 40.7% der Patienten irn Rahmen einer Bakteriämie zu der Entwicklung einer endogenen Endophthalmitis. Häufigster Pilz war Candida in 11 Fällen (78.5%) und häufigster bakterieller Erreger Pseudomonas, sowie Streptococcus sp. in je 4 Fällen (36.4%).
Neben einer systemischen antibiotischen Therapie erhielten 17 Patienten (63.0%) des weiteren intravenös Amphotericin B. 85.2% der Patienten wurden zusätzlich chirurgisch mit einer diagnostischen und therapeutischen Vitrektomie versorgt.
51.9% der Patienten konnten mit einem Visus von 0.05 oder besser entlassen werden mit einem durchschnittlichen Visus von 0.4. Lediglich 2 Augen (7.4%) mussten enukleiert werden.
Schlussfolgerung: In der vorliegenden Studie konnten mit einer Kom- bination aus medikamentöser und chirurgischer Therapie bei schwer thera- pierbarer endogener Endophthalmitis und vitaler Bedrohung für den Patiennten relativ gute funktionelle Ergebnisse erreicht werden und das Auge in den meisten Fällen erhalten werden.
Universitäts-Augenklinik Harnburg Eppendorf, Martinistr.
52,
D-20251 Harnburg
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