98. Jahrestagung der DOG 2000

P 420

Diagnoseverzögerung bei Heterochromiezyklitis Fuchs

A. Heiland, H. Wenkel

Einleitung: Die Heterochromiezyklitis Fuchs ist durch eine strikt einseitige Iridozyklitis bei Heterochromie mit häufigem sekundären Offenwinkelglaukom und einer Cataracta complicata gekennzeichnet. Es sollten Erstsymptome der Patienten und eventuelle diagnostische Probleme bei Heterochromiezyklitis Fuchs untersucht werden.

Patienten und Methoden: Retrospektiv wurden 34 Patienten mit der klinischen Diagnose einer Heterochromiezyklitis Fuchs zwischen 1995 und 1999 untersucht. Besonderes Interesse wurde auf die Erstsymptome der Patienten und auf das Intervall zwischen Symptombeginn und Diagnosestellung gelegt.

Ergebnisse: Es wurden 14 Frauen und 20 Männer mit einem Durschnittsalter von 41 Jahren (14 bis 74 Jahre) untersucht. Zum Zeitpunkt der Diagnosestellung hatten die Patienten im Median seit 4,5 Jahren
(1 Tag bis 44 Jahre) okuläre Beschwerden. Als Erstsymptom wurde eine Visusminderung (22/35), eine okuläre Entzündung (6/35), Nebelsehen (4/35), Schmerzen (1/35) und eine Augendrückerhöhung (1/35) angegeben. 14 der untersuchten Patienten mußten im Verlauf antiglaukomatös behandelt werden. Bei 28 Patienten wurde eine Cataracta complicata operiert.

Schlub folgerungen: Streng einseitige Iridozyklitiden ohne hintere Synechien und diffus verteilte retrokorneale Beschläge sollten frühzeitig an eine Heterochromiezyklitis Fuchs denken lassen. Eine langandauernde oft unnötige antiinflammatorische Therapie kann somit vermieden werden.

Augenklinik mit Poliklinik der Universität Erlangen-Nürnberg, Schwabachanlage 6, D-91054 Erlangen



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