98. Jahrestagung der DOG 2000
P 421
Peripapilläres Granulom bei Sarkoidose klinischer und angiographischer Verlauf
A. U. Luhr1, K. Hoffmann2
Einleitung: Die Ätiologie der Sarkoidose ist unbekannt, diskutiert werden infektiöse Allergene (Viren, Mycobakterien und Mycoplasmen).
Grundsätzlich können alle okulären Strukturen von disseminierten Granulomen betroffen werden. Isolierte Granulome der Papille bei okulärer Sarkoidose sind selten (5.8 % Naumann et.al.) und können eine akute Visusbedrohung darstellen. Es wird der klinische Verlauf eines circulär papillären Sarkoidosegranuloms unter Methotrexattherapie (MTX) fluoreszenz und ICG -angiographisch dargestellt.
Patient und Befund: 33 jährigen Patient mit diskreter Iridozyklitis und akuter Visusverschlechterung am linken Auge. Ophthalmoskopisch imponiert ein 5 PD großes grau weißes Granulom mit circulärer Ausbreitung um die gesamte Papille, und seröser Abhebung der Fovea. Differentialdiagnostisch wurde u.a. eine Toxoplasmose diskutiert. Ein erhöhter ACE- Spiegel im Serum und eine bihiliäre Lymphadenopathie sicherten letzlich die klinische Verdachtsdiagnose einer Sarkoidose. Unter der sofort eingeleiteten systemischen Steroidtherapie zeigte sich zunächst keine Befundregression. Daraufhin wurde eine low dose MTX Therapie unter strenger internistischer und laborchemischer Kontrolle begonnen. Fluoreszenzangiographisch zeigte sich in der Frühphase eine scharf begrenzte Hyperfluoreszenz peripapillär mit deutlicher Zunahme der Fluoreszenz in der Spätphase. Im Vergleich zur Akutphase zeigte sich keine Leckage mehr. Visus und Netzhautbefund waren unter low dose MTX über 18 Monate stabil.
Diskussion: Choroidale papilläre Granulome bei okulärer Sarkoidose sind selten und können zu einer akuten Visusbedrohung führen. Bei Versagen der Steroidtherapie ist die low dose MTX Therapie eine effektive und sichere Behandlungsmethode unter Berücksichtigung der internistischen Risiken. Angiographische Kontrollen erleichtern die Beurteilung des Therapieerfolges und erlauben ein frühzeitiges Erkennen von Rezidiven.
1Medizinische Hochschule
Hannover, Augenklinik, Carl-Neuberg-Str. 1, D-30625 Hannover
2Nordstadt Krankenhaus Hannover
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