98. Jahrestagung der DOG 2000

V 427

Anwendung der elektrophysiologischen PERG-Untersuchung, der statischen Computerperimetrie wie auch ausgewählter Parameter der klinischen Beurteilung im Frühstadium der Glaukomdiagnostik

A. Palacz

Arbeitsziel: Beurteilung der Empfindlichkeit und Eigenartigkeit der Untersuchung der statischen Computerperimetrie gegenüber der elektrophysiologischen PERG – Untersuchung, wie auch der Brauchbarkeit der ausgewählten klinischen Parameter, und zwar der Daten von der Patientenanamnese, der c/d-Größe des Sehnervs – in der Frühdiagnostic des Glaucoms.

Material und Methode: bei den durch die Bezirksberatungsstellen eingewiesenen Patienten, bei denen die Vermutung eines Glaukoms bestand, wurde eine vollkommene augenärztliche Untersuchung durchgeführt. Zusätzlich wurden folgende Maßnahmen getroffen: 1) die elektrophysiologischen PERG – Untersuchung (Utas E-1000, LKC System, Inc, USA), 2) die Untersuchung der statischen Computerperimetrie (Programm G1X – Octopus 1-2-3, Interzeag). Die bei der PERG-Untersuchung erzielten Ergebnisse sind einer Fourier-Analyse (FFT) unterzogen worden und erst dann wurden die auf diese Weise erhaltenen Wellen-Amplituden-Größen der bioelektrischen Aufzeichnungen als regelrecht oder unregelrecht klassifiziert – laut der früher bestimmten Normen. Die Schädigungen des Sehfeldes wurden als wesentlich – im Sinne der Glaucoma-Laser-Trial-Kriterien.

Ergebnisse: Es wurden 40 Patienten (80 Augen) untersucht. Ind
en man sich von der Senkung der Amplitude der PERG-Aufzeichnung leiten ließ, ermittelte man das Glaukom bei 30 Patienten (51 Augen), was 75% der Probanden darstellt. Auf Grund der Verdnderungen in der statischen Perimetrie wurde das Glaukom bei 20 Patienten (29 Augen), also bei 50% der Probanden nachgewiesen. Somit stellte man in der zweiten Untersuchung das Glaukom bei 10 Patienten (18 Augen) weniger fest, als mit Hilfe der PERG-Untersuchung überein. Die Ergebnisse wurden als falsch positiv anerkannt. Bei der Berechnung der Empfindlichkeit und Eigenartigkeit der statischen Computerperimetrieuntersuchung erreichte man entsprechend Werte von 58,82% und 89,66%. Infolge der Analyse der Patientenanamnese wurde statistisch viel öfteres Auftreten von Symptomen kalter Hände und/oder Füße bei Patienten mit NTG festgestallt. Die IOP-Werte, wie auch die c/d- Größen des Sehnervs haben einen breiten Streubereich sowohl bei am Glaukom erkrankten Patienten, wie auch bei gesunden Probanden aufgewiesen.

Schlußfolgerungen: 1) Symptome vaso-motorischer Störungen (Symptom kalter Hände und/oder Füße) scheinen ein wesentlicher Risikofaktor für die Entwickklung von Glaukomveränderungen zu sein. 2) Der IOP-Wert, wie auch die c/d- Größen des Sehnervs haben einen begrenzten Wert bei der Unterscheidung zwischen gesunden und kranken Patienten. 3) Die endgültiege Diagnose muß durch zusätzliche Untersuchungen unterstützt werden, und zwar durch statische Perimetrie oder durch die PERG-Untersuchung, wobei die zweite bei der Entdeckung der frühesten Glaukomveränderungen erfolgreicher ist.

Pommersche Medizinische Akademie in Szczecin, Polen, II. Augenklinik



Zurück