98. Jahrestagung der DOG 2000

P 430

Zentrale Hornhautdicke bei Normalen, Patienten mit okulärer Hypertension, Normaldruck- und Offenwinkelglaukomen

I. M. Velten, A. Bergua, F. Horn

Hintergrund: Ziel der Studie war es, die zentrale Hornhautdicke bei einer größeren Anzahl von Patienten mit okulärer Hypertension, Normaldruck- und Offenwinkelglaukomen zu vergleichen.

Methoden: Die zentrale Hornhautdicke wurde mittels eines AL-1000-Pachymeters (Tomey) bei 135 Normalen, 137 Patienten mit okulärer Hypertension, 65 mit Normaldruckglaukomen und 94 mit primären und sekundären Offenwinkelglaukomen (ein Auge pro Patient eingeschlossen), Patienten des Erlanger Glaukomregisters, gemessen und mittels des t-Tests für unverbundene Stichproben statistisch verglichen. Die zentrale Hornhautdicke wurde mit aktuell gemessenen und dem anamnestisch höchsten Augendruck sowie dem sphärischen Äquivalent korreliert.

Ergebnisse: Tabelle 1 zeigt die Ergebnisse des t-Tests.

Gruppen zentrale Hornhautdicke [µm]

P

Normale vs. OHT 566 ± 37 vs. 586 ± 43

< 0,0001

Normale vs. NDG 566 ± 37 vs. 555 ± 46

ns

Normale vs. OWG 566 ± 37 vs. 558 ± 31

ns

Innerhalb der Normalgruppe bestand keine signifikante Altersabhängigkeit der zentralen Hornhautdicke. Bei allen vier Studiengruppen zusammen betrachtet fand sich keine signifikante Korrelation zwischen zentraler Hornhautdicke und dem aktuell gemessenen bzw. anamnestisch höchsten Augendruck sowie dem sphärischen Äquivalent.

Diskussion: Nur die Gruppe der Patienten mit okulärer Hypertension unterschied sich statistisch signfikant von den Normalprobanden. Es kann daher bei der Mehrzahl der Glaukompatienten davon ausgegangen werden, daß die zentrale Hornhautdicke allein ohne Berücksichtigung weiterer Parameter (z.B. Hornhaut- und Sklerarigidität) von untergeordneter
Bedeutung für die Feststellung erhöhter Augendruckwerte ist. Berücksichtigt werden sollte sie allerdings bei einzelnen Patienten mit extrem erniedrigter oder erhöhter Hornhautdicke, um hier eine Unter- bzw. Überschätzung des applanatorisch gemessenen Augendrucks zu vermeiden.

Mit Unterstützung der DFG, SFB 539

Augenklinik der Univ. Erlangen-Nürnberg, Schwabachanlage 6, D-91054 Erlangen



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