98. Jahrestagung der DOG 2000
V 431
Der Einfluß der Hornhautdicke auf den Meßfehler der Applanations-Tonometrie bei pathologischen Hornhäuten
F. Madjlessi, W. Marx, T. Reinhard, C. Althaus
Hintergrund: Kürzlich konnten wir zeigen, daß die Applanations-Tonometrie bei cornealer Pathologie überwiegend falsch niedrige Ergebnisse liefert. Der Einfluß der Hornhautdicke auf den applanatorischen Meßfehler bei gesunden Hornhäuten wird kontrovers diskutiert. Ziel dieser Studie war es, den Einfluß der Hornhautdicke auf den Meßfehler der Applanations-Tonometrie auf pathologischen Hornhautveränderungen zu ermitteln.
Patienten und Methoden: Bei 100 Augen mit unterschiedlicher cornealer Pathologie wurde nach Applanations-Tonometrie und Ultraschall-Pachymetrie eine intraokulare Nadel-Druckmessung durchgeführt.
Ergebnisse: Die applanatorisch ermittelten Druckwerte lagen durchschnittlich 4,3 ±
5,7 mm Hg unter den tatsächlichen intraokularen Werten. Die Hornhautdicke betrug 271 µm bis 1200 µm. Bei Hornhäuten mit Ödem korrelierte die Hornhautdicke signifikant negativ mit dem Meßfehler, das heißt je dicker die Ödemhornhaut, desto geringer der Meßfehler. Bei Hornhauttransplantaten mit und ohne Ödem ließ sich diese negative Korrelation nicht finden.
Schlußfolgerung: Das Auftreten eines Hornhautödems führt zu einer falsch-niedrigen Applanation. Dieser Fehler wird bei nicht operierten Hornhäuten nicht aber bei Hornhaut-Transplantaten! umso geringer, je dicker die Hornhaut ist. Die Ursache für das abweichende Verhalten von Transplantat-Hornhäuten bedarf weiterer Untersuchungen.
Augenklinik der Heinrich-Heine-Universität, Moorenstr. 5, 40225 Düsseldorf
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