98. Jahrestagung der DOG 2000

R 442

Immunologie des Auges: Autoimmunität – Neue Therapieansätze

S. R. Thurau

Aus der Kenntnis über die Mechanismen der Autoimmunität haben sich neue Therapieansätze entwickelt. Neue nichtsteroidale COX-2 spezifische Inhibitoren der Prostaglandinsynthese sind mit deutlich geringeren Nebenwirkungsraten behaftet. Dadurch werden die Einsatzmöglichkeiten dieser Substanzen verbessert. Moderne Immunsuppressiva wie Mycophenolatmofetil verhindern die Aktivierung von T-Zellen, die eine zentrale Rolle bei Entzündungen des Auges spielen. Auch die monoklonalen Antikörper gegen CD3 oder CD4 unterdrücken die T-Helferzellen. Leflunomid hat durch Hemmung der de-novo-Synthese von Pyrimidin eine immunsuppressive Wirkung. Das Zytokin Interferon-alpha supprimiert die Uveitis bei Patienten mit M. Behçet, wobei der Wirkmechanismus weitgehend unbekannt ist. Die Hemmung des proinflammatorischen Zytokins TNF-alpha mit monoklonalen Antikörpern oder Thalidomid hat bei Entzündungen des Auges teilweise paradoxe Wirkungen gezeigt, so dass derzeit nicht abzusehen ist, ob dieses in der Rheumatologie wirksame Prinzip in die Ophthalmologie übertragen werden kann.

In diesem Vortrag soll auf neue Wirkmechanismen und Therapieansätze und ihre Übertragbarkeit auf ophthalmologische Erkrankungen eingegangen werden.

Abteilung für Immunobiologie, Universitäts-Augenklinik München, Mathildenstr. 8, D - 80336 München



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