98. Jahrestagung der DOG 2000

R 453

Versuch zur Quantifizierung der Ziliarkörperverformung mit Hilfe der Ultraschallbiomikroskopie

A. Bacskulin, R. Guthoff

Das Ziel einer zukünftigen Kataraktchirurgie besteht u.a. in der Wiederherstellung der Akkommodationsfähigkeit. Hierzu ist eine exakte Kenntnis der Akkommodationsreaktion sowie der Ursache der Presbyopie unverzichtbar.

Mit der 50-MHz Ultraschallbiomikroskopie steht der Augenheilkunde seit Anfang der 90er Jahre ein hochauflösendes und nicht invasives bildgebendes Verfahren zur Untersuchung des vorderen Augensegmentes zur Verfügung. Zwischenergebnisse belegen, daß sich dieses Verfahren auch zur In-vivo-Analyse der akkommodativen Veränderungen des Ziliarmuskels eignet.

Ein Problem stellte bisher die Objektivierung von ultraschallbiomikroskopisch nachweislichen Veränderungen dar, die zur Entwicklung eines neuartigen Bildverarbeitungsprogramms führte. Von entscheidender Bedeutung ist jedoch auch die Wahl eines geeigneten Stimulationsverfahrens zur Auslösung einer reproduzierbaren Akkommodationsantwort.

Die bisherigen Ergebnisse scheinen auf eine altersabhängige Minderung der Ziliarmuskelfunktion hinzuweisen, wenngleich beim Menschen im Gegensatz zum Rhesusaffen eine vollständige Immobilität des Ziliarmuskels auch im hohen Lebensalter nicht nachgewiesen werden konnte.

Neben der Grundlagenforschung könnte die Ultraschallbiomikroskopie zukünftig auch eine Bedeutung bei der präoperativen Diagnostik von Patienten erlangen, bei denen vor der geplanten Implantation einer akkommodationsfähigen Intraokularlinse das Restpotential des Ziliarkörpers zur akkommodativ induzierten Formänderung objektiviert werden soll. 
 

Universitäts-Augenklinik Rostock, Doberaner Str. 140, D-18055 Rostock



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