98. Jahrestagung der DOG 2000
R 455
Experimentelle Untersuchungen zu injizierbaren Linsen
H.-J. Hettlich
Die Idee des Wiederauffüllens der Linsenkapsel mit flüssigen Kunststoffen stammt bereits aus den 60er Jahren. Im Zuge der erheblichen Verbesserungen der mikrochirurgischen Techniken wurde die Idee in den letzten Jahren von verschiedenen Arbeitsgruppen wieder aufgegriffen und besonders unter dem Aspekt der Wiederhersteilbarkeit der Akkommodation verfolgt.
Die sich bei allen Ansätzen ähnlich ergebenden Probleme konnten bisher erst in Ansätzen gelöst werden:
1. Sind die anatomisch/morphologischen Voraussetzungen auch im fortgeschrittenen Lebensalter gegeben?
2. Ist eine Entfernung des Linsenstromas über Mikroinzisionen und Mikrokapsulotomien möglich?
3. Läßt sich die Refraktion intraoperativ bestimmen und kontrollieren?
4. Welcher Kunststoff erfüllt die Anforderungen hinsichtlich OP-Technik, Biokompatibilität und Nachstarprävention?
Einigkeit besteht inzwischen darüber, daß der Ziliarmuskel mit dem Linsenaufhängeapparat auch beim Presbyopen noch auf Akkommodations-reize reagiert. Die OP-Technik ermöglicht uns heute ein Arbeiten im geschlossenen System mit kontrollierten Druckverhältnissen. Ob Laser-Phakosysteme im Zusammenhang mit injizierbaren Linsen noch entscheidende Vorteile bringen, bleibt abzuwarten. Nicht befriedigend gelöst ist bisher die intraoperative Messung der Refraktion. In den Strahlengang des OP-Mikroskops eingespiegelte Infrarot- Refraktometer konnten in den bisherigen Prototyp-Ausführungen nicht überzeugen. Bei der Suche nach geeigneten Kunststoffen zur Linsenfüllung gibt es inzwischen vielversprechende Ansätze, wobei nach den in eigenen Versuchen verwendeten Acrylat-Copolymeren jetzt auch wieder vermehrt neuartige Silikonmaterialien untersucht werden.
Augenklinik, Klinikum Minden, Friedrichstraße 17, D-32427 Minden
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