98. Jahrestagung der DOG 2000

V 46

Die Osteo-Odonto-Keratoprothese – ein Resümee nach sechs Jahren operativer Erfahrung

K. Hille1, H. Landau2, K. W. Ruprecht1

Einleitung: Bei Patienten mit stark vaskularisierten Hornhautnarben geht eine Hornhaut-Transplantation mit einem hohen Abstoßungsrisiko einher. Zur Rehabilitation dieser Patienten kann eine Keratoprothese durchgeführt werden. In dem Beitrag soll eine Standortbestimmung nach 6 Jahren Erfahrung mit diesem operativen Verfahren erfolgen.

Methoden: Bei insgesamt 8 Patienten mit oculärem Pemphigoid, nach schwerer Laugen-Verätzung beziehungsweise Transplantatabstoßungs Reaktion wurde eine Osteo-Odonto-Keratoprothese implantiert. Bei allen Patienten war der Visus am besseren Auge Fingerzählen oder schlechter. Die Osteo-Odonto-Keratoprothese wurde jeweils aus einer Zahnwurzel eines Front- oder Eckzahns der Patienten und einem 8 mm langen und zwischen 3 und 4 mm dicken PMMA-Zylinder präpariert und unter eine Mundschleimhautdeckung auf die Hornhaut implantiert.

Ergebnisse: Die längste Nachbeobachtungszeit beträgt 4 Jahre bei zwei Patienten, im Mittel 2,5 Jahre. Die Implantate sind fest eingeheilt, der Visus der Patienten liegt zwischen 0,1 und 0,9. Das Gesichtsfeld ist bei allen Patienten zentriert. 5 der 8 Patienten hatten postoperativ eine Glaskörperblutung, die sich spontan resorbierte, bei 4 mußte eine Korrektur der Schleimhautdeckung der Prothese durchgeführt werden, bei einem führte eine chronischen Entzündungsreaktion der Schleimhautdeckung zu einer partiellen Resorption des Zahn-Knochen-Präparats. Ein Patient entwickelte ein sekundäres Winkelblockglaukom, das durch die Implantation einer Ahmed-Valve beherrscht werden konnte. Bei zwei Patienten mußte eine retrolentikuläre Membran entfernt werden. Bei keinem der Patienten kam es jedoch zu einem Verlust der Prothese.

Diskussion: Die Ergebnisse zeigen, daß auch heute noch bei einem sonst aussichtslosen Ausgangsbefund durch die Osteo-Odonto-Keratoprothese mittelfristig eine sehr gute optische Rehabilitation erreicht werden kann und der Eingriff auch Heute noch indiziert ist.

1Augenklinik, 2Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgische Abteilung, Universität des Saarlandes, Kirrberger Straße 1, D–66424 Homburg (Saar)



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