J. Inderfurth, C. Eckardt
Ziel: Die Häufigkeit von rezidivierenden chorioidalen Neovaskularisationen (CNV) nach chirurgischer Entfernung einer CNV mit Makularotation zu ermitteln und Behandlungsmöglichkeiten zu erproben.
Methode: Retrospektiv wurden die Verläufe aller 82 Patienten untersucht, bei denen in der Zeit von Februar 1997 bis Januar 2000 eine Makula-rotation mit 360° Retinotomie und operativer Entfernung der CNV durchge-führt worden war. Der Nachbeobachtungszeitraum betrug 1 bis 36 Monate. Auftretende Rezidive einer CNV wurden mittels Laserkoagulation, photo-dynamischer Therapie mit Verteporfin, r-TPA Injektion in den Glaskörper-raum, mit chirurgischer Membranentfernung oder gar nicht behandelt.
Ergebnisse: Von 82 operierten Patienten wurde im Verlauf bei 18 ein Rezidiv festgestellt. Das Rezidiv trat in der Regel im foveanahen Anteil der Narbe der ursprünglichen Membran auf. Bei 7 Patienten war das Rezidiv subfoveal gelegen, und aufgrund der Größe und/oder okkulten Lage schien keine weitere Behandlung erfolgversprechend. In 8 Fällen konnte eine juxtafoveale CNV mittels Laserkoagulation behandelt werden. 3 dieser 8 Patienten wurden mehrfach photokoaguliert. Bei zwei Patienten wurde eine photodynamische Therapie durchgeführt. Einer dieser Patienten war vorher photokoaguliert worden. Bei 2 weiteren Patienten wurde anlässlich der Operation einer Netzhautablösung eine Rezidivmembran subfoveal chirurgisch entfernt. Zwei Patienten erhielten eine r-TPA Injektion bei subretinaler Blutung. In 14 Fällen verschlechterte sich der beste postoperative Visus durch das Rezidiv bzw. seine Behandlung.
Schlußfolgerungen: Rezidive nach chirurgischer CNV Entfernung mit Makularotation stellen ein erhebliches therapeutisches Problem dar. Aufgrund der in der Regel foveanahen Lage am Rand der Narbe ist bei der Rotation auf einen ausreichenden Abstand zwischen Pigmentepitheldefekt und neuer Lage der Fovea zu achten. In dieser Beziehung scheint die Makularotation mit 360° Retinotomie der minimalen Translokation über-legen.
Städtische Kliniken Frankfurt am Main-Höchst,
Augenklinik,
Gotenstr. 6 8, D-65929 Frankfurt am Main