98. Jahrestagung der DOG 2000

K 469

Photodynamische Therapie bei subfovealen Neovaskularisations-membranen bei Presumed Ocular Histoplasmosis-Syndrome (POHS)

T. Behme

Einleitung: Als POHS wird eine multifokale Chorioiditis bei 20 bis 50 Jahre alten Patienten mit peripapillärer Atrophie und Ausbildung subretinaler Neovas-kularisationsmembranen juxta- oder subfoveal sowie chorioidalen Narben (Histo-spots) beschrieben. Im Gegensatz zum okulären Histoplasmosesyndrom kommt diese Erkrankung auch in Gegenden vor, in denen Histoplasma capsulatum nicht endemisch ist (Nordwest USA, Niederlande, England, Deutschland). Die Genese ist unklar, ein Zusammenhang mit Histoplasmoseinfektionen besteht jedoch nicht. Wegen der hohen Rezidivrate der subretinalen Neovasku-larisationsmembranen (43%) hat die Erkrankung eine schlechte Visusprognose, so daß der Früherkennung und der Therapie eine besondere Bedeutung zukommt. Die photodynamische Therapie mit Verteporfin (Visudyne®) stellt ein neues Verfahren zur Behandlung subfovealer Neovaskularisationsmembranen dar, das wiederholbar ist und nicht mit einem Visusverlust einhergeht und somit für die Behandlung von SRN bei POHS (meist beidseitig betroffene, junge Patienten) günstige Aspekte aufweist.

Methoden: 4 Patientinnen mit POHS und subfovealen neovaskulären Membranen wurden mittels photodynamischer Therapie behandelt. Alle Patienten wurden mit binokularer Ophthalmoskopie und fluoreszenz-angiographisch vor und nach der Behandlung untersucht. Die Nachbe-obachtungszeit beträgt im Mittel 9 Monate.

Ergebnisse: Bei allen Patienten kam es zu einem Visusanstieg. Der Ausgangs-visus betrug im Mittel 0,5, der Visus nach Behandlung betrug im Mittel 0,8. Bisher wurde bei einer Patientin wegen erneuter Leckage eine Wiederholungsbehandlung durchgeführt. Komplikationen traten nicht auf.

Diskussion: Das POHS ist eine in Deutschland selten vorkommende Augener-krankung. Durch die Behandlung der subretinalen Neovasku-larisationsmembranen mittels PDT steht eine neue Therapiemöglichkeit zur Verfügung, die die Visuspro-gnose der Patienten deutlich verbessert. Ohne negativen Auswirkung auf die Sehschärfe ist die Behandlung wiederholbar, so daß auch bei rechtzeitig erkannten Rezidiven eine gute Sehkraft erhalten werden kann

Univ.-Augenklinik, Klinikum Benjamin Franklin, Freie Universität Berlin, Hindenburgdamm 30 , D - 12200 Berlin



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