98. Jahrestagung der DOG 2000
S 470
Lokaltherapie der akuten Adenoviruskeratokonjunktivitis mit Cidofovir 0.2% und 1% mit und ohne Cyclosporin A 1%: Eine kontrollierte klinische Pilotstudie
J. Hillenkamp1, T. Reinhard1, R.S. Ross3, M. Roggendorf3, E. Godehardt2, E. DeClercq4
Ziel: Die Untersuchung der Wirksamkeit von Cidofovir 0.2% und 1% Au-gentropfen (Cid) mit und ohne Ciclosporin A Augentropfen (CsA) als Therapie der akuten Adenovirus-Keratokonjunktivitis epidemica (KE).
Methode: 40 Patienten mit akuter KE wurden randomisiert in 4 Gruppen eingeteilt: a) Cid 0.2% 4x tgl., b) CsA 1% 4x tgl., c) Cid 0.2% 4x tgl. plus CsA 1% 4x tgl., d) NaCl 4x tgl. (Kontrollgruppe). Mit Hilfe der Polymerase-Kettenreaktion wurde die Infektion mit Adenoviren in Bindehautabstrichen nachgewiesen. Die Behandlungsdauer betrug 21 Tage. Der Schweregrad von Bindehautinjektion, Bindehautchemosis und Keratitis superficialis punctata im Verauf, sowie das Auftreten und der Schweregrad von Nu-mmuli wurden durch einen klinischen Score beurteilt. Die Dauer bis zur subjektiven Besserung der Symptome wurde zwischen den Gruppen verglichen.
Ergebnisse: Zwischen den 4 Behandlungsgruppen war hinsichtlich der klinisch relevanten Zielgrößen kein statistisch signifikanter Unterschied nachweisbar. Insbesondere fanden wir keinen Unterschied in der Häufigkeit von Nummuli am Ende des Behandlungszeitraums.
Diskussion: Nach den Ergebnissen der Pilotstudie mit 40 Patienten hatte eine Lokaltherapie mit Cid 0.2% und/oder CsA 1% keinen nachweisbaren Einfluß auf den natürlichen Verlauf der Akutphase der KE. Das breite Spektrum des klinischen Verlaufs, eine zu geringe Fallzahl oder eine zu geringe Konzentration von Cidofovir könnten hierfür die Ursache sein. In einer Studienerweiterung untersuchen wir deshalb seit November 1999 bei weiteren 30 Patienten, von denen zehn das Studienprotokoll bereits beendet haben, die Wirksamkeit von stärker konzentrierten Cidofovir Augentropfen (1%) mit und ohne CsA 1%.
Augenklinik1 und Abt. für Biometrie der Klinik für Kardiovaskularchirurgie2, Heinrich-Heine-Universität, Moorenstr. 5, 40225 Düsseldorf
Institut für Virologie, Universität Essen, Hufelandstr. 55, 45122 Essen3
Rega Institute, Katholieke Universiteit, B-3000 Leuven, Belgien4
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