98. Jahrestagung der DOG 2000

K 48

Kombinierte Kataraktextraktion und Trabekulotomie bei Glaukompatienten: Ergebnisse nach einjähriger Verlaufskontrolle

O. Arend, C. Redbrake, S. Arend, K. Huber, A. Remky, M. Wenzel

Ziel: In dieser Untersuchung wurden die Komplikationsrate und die Effizienz der drucksenkenden Wirkung bei Glaukompatienten 1 Jahr nach Kataraktextraktion mit Trabekulotomie ermittelt.

Methode: Zur Kataraktoperation wurde ein modifizierter Frown Tunnel präpariert, der nach Linsenextraktion in die Tiefe in entgegengesetzte Richtung erweitert wird. Dabei wird der Schlemmsche Kanal aufgesucht und nach gonioskopischer Kontrolle mit einer modifizierten Trabekulotomiesonde eingerissen (Wenzel et al. Ophthalmo-Chirurgie 1997). Prospektiv wurde die kombinierte Operation bei 31 Patienten Patienten (n=38 Augen: n=19 Primäres Offenwinkelglaukom; n=6 Engwinkel mit Kongestion; n=10 Pseudoexfoliationsglaukom; n=3 Sekundärglaukom mit Katarakt und fortgeschrittenem Glaukom durchgeführt.

Ergebnisse: Das mittlere Alter der Patienten betrug 75 Jahre (± 8 Jahre), der mittlere Nachverfolgungszeitraum 313 ±50 Tage. Der Augendruck wurde signifikant (p<0,001) von 27 ±7 mmHg auf 15,1 ±5 mmHg nach 1 Jahr gesenkt. Das Zieldruckkriterium einer Drucksenkung unter 21 mmHg wurde in 90% (34 von 38 Augen) erreicht. Der Glaukomschweregrad angepasste Zieldruck (n. H. Jampel) wurde bei 60% (22 von 38 Augen) erreicht. Der prä und postoperative Visus unterschied sich nicht signifikant. Die präoperative Linsendicke (A-Scan) korrelierte nicht mit der prozentualen Drucksenkung. Als postoperative Komplikation wurde bei keinem der Patienten ein Filterkissen oder eine persistierende Hypotonie gefunden. Bei 30% (11 von 38 Augen) bestanden hintere Synechien. Die Anzahl der lokalen Antiglaukomatosa (Substanzen) konnte signifikant (p<0,0001) von im Mittel 1,4 auf 0,4 gesenkt werden.

Schlussfolgerung: Mit der kombinierten Kataraktextraktion und Trabekulotomie steht ein sicheres und effektiv drucksenkendes Operationsverfahren zur Verfügung. Im Gegensatz zur Kombination mit der fistulierenden Operation bestehen die Vorteile der unmittelbaren Möglichkeit der antiglaukomatösen Therapie und die weitgehende Unabhängigkeit von der postoperativen Vernarbung.

Universitäts-Augenklinik der RWTH Aachen, Pauwelsstr. 30, D-52057 Aachen



Zurück