Nachdem die Ergebnisse der ersten Förderphase des Retina Implantat Projektes grundsätzlich die Machbarkeit einer implantierbaren Sehprothese gezeigt hat, besteht das Ziel der jetzt begonnenen zweiten Förderphase in der Realisierung eines Prototypen. Hierzu hat der BMBF die beiden Konsortien der ersten Förderphase (EPI-RET, Eckmiller, Bonn und MPD-A, Zrenner, Tübingen) zu einem großen Forschungsverbund zusammengelegt. Nachwievor werden der subretinale und der epiretinale Ansatz verfolgt. Mit der jetzt vorhandenen Technologie und zur Verfügung stehenden Funktionsmuster werden neurophysiologische Experimente durchgeführt, die nachweisen sollen, ob eine ortsaufgelöste elektrische Netzhautstimulation auch zu einer ortsaufgelösten kortikalen Aktivierung führt. Wenn dieses Schlüsselexperiment erfolgreich durchgeführt worden ist, werden erste Untersuchungen zur elektrischen Netzhautstimulation bei freiwilligen Patienten erfolgen. Nach erfolgreicher Weiterentwicklung der Technologie und entsprechender sicherheitstechnischer Überprüfung einschließlich dem Nachweis der Langzeitbiokompatibilität wird dann die Zertifizierung des Prototypen nach dem Medizinproduktegesetz erfolgen, um eine entsprechende Pilotstudie beim Menschen durchführen zu können.
Zentrum Augenheilkunde, Abteilung Netzhaut-/Glaskörperchirurgie, Universität Köln