98. Jahrestagung der DOG 2000

V 515

Messung der Anzahl an Melaningranula in der Vorderkammer bei Patienten mit primärem Pigmentdispersionssyndrom

M. Küchle, N. X. Nguyen, C. Y. Mardin, P. Martus

Einleitung: Melaningranula aus dem Irispigmentepithel, die durch Zonulakontakt in das Kammerwasser freigesetzt werden, spielen in der Pathogenese des primären Pigmentdispersionssyndromes eine entscheidende Rolle. Wir untersuchten ein Verfahren, das eine exakte, reproduzierbare, quantifizierende Erfassung der Anzahl intracameraler Melaningranula beim Patienten ermöglicht.

Methoden: Die intracameralen Melaningranula wurden mit dem Zellzählmodus des Laser Flare-Cell Meters Kowa FC-1000 quantifiziert. Untersucht wurden 42 Augen von 21 Patienten mit primärem Pigmentdispersionssyndrom und unterschiedlichen Stadien sekundärer Offenwinkelglaukome und 40 gesunde Augen von Normalprobanden.

Ergebnisse: Augen mit primärem Pigmentdispersion hatten mit durchschnittlich 2,9±3,7 Granula/0,075 mm3 Kammerwasser eine signifikant höhere Zahl von Melaningranula als Normalaugen (0,2±0,3, p=0,01). Nach medikamentöser Mydriasis verdoppelte sich die Anzahl der Melaningranula bei Augen mit Pigmentdispersionssyndrom auf 6,3±5,3. Die Anzahl intracameraler Melaningranula korrelierte signifikant mit den biomikroskopischen Zeichen der Melanindispersion, mit dem gleichzeitig gemessenen intraokularen Druck und mit glaukomatösen Gesichtsfeldausfällen. Nach Therapie durch Miotica bzw. nach Nd:YAG-Laser-Iridotomie verringerte sich die Anzahl der Melaningranula signifikant.

Diskussion: Die von uns vorgestellte Methode der nichtinvasiven Quantifizierung von Melaningranula im Kammerwasser erlaubt eine reproduzierbare Messung und somit eine genauere Analyse von Pathogenese und der Effektivitiät therapeutischer Maßnahmen beim primären Pigmentdispersionssyndrom.

Augenklinik mit Poliklinik der Universität Erlangen-Nürnberg, Schwabachanlage 6, D-91054 Erlangen

Mit Unterstützung der DFG (SFB 539)



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