98. Jahrestagung der DOG 2000
V 516
Glaukom nach schwersten Verätzungen- operative Möglichkeiten
R. Kuckelkorn, C. Redbrake
Hintergrund: Glaukome bei schweren Verätzungen stellen sowohl für die Kontrolle des eintretenden Schadens wie auch für die operativen Möglichkeiten eine Extremsituation dar. In unserer Studie berichten wir über Erfahrungen mit Implantaten und Laserzyklodestruktion mit dem Diodenlaser bei schwersten Verätzungen.
Patienten: 14 Augen von 13 Patienten wurden retrospektiv untersucht. Alle Patienten erlitten Verätzungen Grad 4. In 9 Fällen wurde ein Implantat zur Drucksenkung vorgenommen (3 Ahmed-, 6 von-Denffer-Implantate). Die Nachbeobachtungszeit betrug bei den Ahmedimplantaten 38±5 Monate, bei den von-Denffer-Implantaten 45±36 Monate. In 5 Fällen nahmen wir eine Laserzyklodestruktion vor. Bei diesen Patienten betrug die Nachverfolgung 11±8 Monate.
Ergebnisse: Der Augendruck konnte bei den von Denffer-Implantaten von 39±7 auf 23±6 mmHg gesenkt werden. Bei den Ahmed-Implantaten verringerte sich der Augeninnendruck von 38±3 auf 8±10 mmHg. Bei der Laserzyklodestruktion wurden die Tensiowerte von präoperativ 33±8 auf 18±2 mmHg gesenkt.
Komplikationen wurden ausschließlich in der Gruppe der Implantate beobachtet. Insbesondere die Einmauerung von Röhrchen und Platte mit zahlreichen Revisionen, wie auch Hypotonien und Phthise sind hierbei zu nennen. Die Laserzyklodestruktionen mußten in einem Fall zweimal, in einem weiteren Fall dreimal durchgeführt werden. Ansonsten traten keine Komplikationen auf.
Schlußfolgerung: Die Implantatchirugie bei schweren Verätzungen erscheint uns wegen der schwierigeren Chirurgie bei gleichzeitig zahlreicheren Komplikationen obsolet. Als Therapie der ersten Wahl erscheint die Laserzyklodestruktion.
Augenklinik der RWTH Aachen, Pauwelsstr. 30, 52057 Aachen
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