98. Jahrestagung der DOG 2000

V 52

Erbium YAG-Laser-gestützte tiefe Sklerektomie

W. E. Lieb, T. Klink, F. Grehn

Die tiefe Sklerektomie und Viskokanalostomie findet als nichtfistulierende Operation mehr und mehr Verwendung. Ziel dieser Untersuchung ist dieses operationstechnisch schwierige Verfahren zu vereinfachen, um vor allem die Gefahr der unbeabsichtigten Perforation bei der Präparation der tiefen Lamelle zu minimieren.

Patienten und Methodik: An 8 Patienten (5 Männer/3 Frauen, Alter 65,6 ±7,2 J) mit Pseudoexfoliationsglaukom und POWG wurde chirur-gisch ein Skleradeckel mit einer Größe von 5x5 mm gleich der Stan-dardtrabekulektomie präpariert. Im Anschluß erfolgte die Präparation der kleineren tiefen Skleralamelle durch Ablation mit einem gepulsten Erbium YAG-Laser (Wavelight Laser Technologie GmbH, Adagio) mit einer Energie von 80 - 150 mJ und einer Spotgröße von 500 µm. Der Schlemmsche Kanal wurde sorgfältig eröffnet und eine dünne Hornhaut-Skleralammelle, die eine spontane Kammerwasserfiltration zeigte, belassen. Der Skleradeckel wurde nach Einbringung eines Hyaluronsäure Depots (Healon GV) mit 2- 4 Nähten verschlossen.

Ergebnisse: Nach Vorversuchen am Schweineauge war es mit dem Erbium YAG-Laser möglich die innere Lamelle ohne Perforation abzutragen. Intraoperativ ergab eine Energie von 50 - 100 mJ, eine Spotgröße von 500 µm und Einzelpulse die größte Sicherheit und Effektivität bei der Präparation. In einem Fall trat eine Perforation auf, die eine chirurgische Iridektomie erforderte, 2 x wurde eine Nd-Yag Laser Goniopunktur durchgeführt. Bei 7 Patienten lag 3 Monate postoperativ der IOD ohne Zusatzmedikation unter 21 mmHg

Schlußfolgerung: Die Erbium YAG-Laser gestützte tiefe Sklerektomie bietet eine sichere Alternative zur mikrochirurgischen Präparation der tiefen Hornhaut-Skleralamelle. Perforationen lassen sich durch den sehr selektiven Gewebeabtrag vermeiden. Der entstehende thermische Schaden ist so gering (10-30 µm), daß keine zusätzliche Stimulation der Vernarbung auftritt.

Augenklinik der Julius-Maximilians-Universität, Josef-Schneider-Str. 11, D-97080 Würzburg



Zurück