VV 520
W. Wetzel
Einleitung: Bei den neuen, nicht fistulierenden Verfahren in der Glaukomchirurgie, wie etwa der Viscocanalostomie, besteht das Problem, tiefes Skleragewebe sauber zu präparieren und schließlich zu exzidieren, ohne darunter liegende Strukturen zu verletzen. Der Er:YAG-Laser sollte sich gut dafür eignen, solche Gewebslamellen schonend von der Oberfläche her abzutragen, da seine thermische Eindringtiefe in wasserhaltigem Gewebe nur wenige Mikrometer beträgt. Die vorliegende Studie zeigt erste Ergebnisse eines solchen Verfahrens.
Material und Methoden: Es wurde ein kommerziell erhältlicher Er:YAG-Laser (Phacolase, Fa. Asclepion-Meditec, Jena) verwendet. Dieser gepulste Laser (2940nm Wellenlänge) arbeitet freilaufend mit Pulszeiten von 200µs und kann bei niedrigen Pulsenergien (bis 20Hz) Repetitionsraten bis zu 100Hz erreichen. Bei 5 Patienten mit dekompensiertem chronischen Offenwinkel-Glaukom wurde eine Viscocanalostomie durchgeführt. In Abänderung der Technik nach Stegman wurde die tiefe Sklerektomie mit dem o.a. Er:YAG-Laser vorgenommen, wobei ein rechtwinkelig nach unten abstrahlendes Applikationssystems verwendet wurde.
Ergebnisse: In allen 5 Fällen gelang die tiefe Sklerektomie mit dem Er:YAG-Laser problemlos. Der Schlemmsche Kanal konnte aufgesucht und die Integrität der Vorderkammer erhalten werden. Lediglich in einem Fall kam es zu einer geringen Blutung aus einem Aderhautgefäß. In allen Fällen wurde die beabsichtigte Tensiosenkung erzielt.
Diskussion: Der Er:YAG-Laser eignet sich gut zur tiefen Skleraablation. Der gegenüber Skalpell bzw. Diamantmesser deutlich erhöhte Aufwand rechtfertigt sich aus der besseren Kontrolle des Abtragungsprozesses und der damit verbesserten Sicherheit vor unbeabsichtigt zu tiefer Präparation.
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