98. Jahrestagung der DOG 2000

V 53

Viskotrabekulektomie

M. Löw, C. Bühler, U. Mester

Einleitung: Die Trabekulektomie (TE) zählt seit Jahren zur operativen Standardtherapie des Glaukoms. Seit einiger Zeit ist ein Trend zu anderen, nicht fistulierenden Operationsverfahren wie z.B. der Viskokanalostomie zu beobachten, u.a. bedingt durch mögliche Frühkomplikationen der TE wie Hyphäma, Fibrinausschüttung, ziliolentikulärer Block, aufgehobene Vorderkammer oder Aderhautschwellung. In einer prospektiven Studie wurde untersucht, ob durch intraoperativen Einsatz und Belassen eines Viskoelastikums (Healonâ ) in der Vorderkammer die Häufigkeit dieser Komplikationen gesenkt werden kann.

Methoden: An 114 Augen von 95 Patienten mit fortgeschrittenem Glaukom wurde eine TE durchgeführt. Bei 40 Augen erfolgte eine alleinige TE, 74 Augen wurden kombiniert mit Phakoemulsifikation und Hinter-kammerlinsenimplantation operiert (Phako- TE). Bei allen Operationen wurde (Healonâ ) in die Vorderkammer appliziert und dort belassen. Erste Druckkontrollen erfolgten 4 Stunden postoperativ, die Nachbeobach- tungszeit lag bei 3 Monaten.

Ergebnisse: Präoperativ betrug der mittlere IOD in der TE-Gruppe 26,3 mmHg, in der Phako-TE-Gruppe 25,2 mmHg unter drucksenkender Therapie. Postoperativ wurde eine deutliche Senkung des IOD errreicht: Mittlerer IOD nach 4 Stunden 9,9 mmHg (TE) bzw. 7,8 mmHg (PhakoTE), nach 3 Monaten 16,4 mmHg (TE) bzw. 15,6 mmHg (Phako-TE). In 5 Augen zeigten sich postoperativ diskrete Blutreste in der Vorderkammer. Leichte Fibrinreaktionen waren in 7 Augen nach Phako-TE festzustellen. Komplikationen in Form von ziliolentikulärem Block, signifikanter Abflachung der Vorderkammer oder Aderhautschwellung traten nicht auf.

Diskussion: Durch die intraoperative Applikation und vor allem das Belassen von Healonâ in der Vorderkammer lässt sich bei Trabekulek-tomien die Rate der Frühkomplikationen deutlich senken, ohne dass Druckprobleme auftreten. Dadurch ist auch eine Verbesserung der Langzeitergebnisse zu erwarten.

Augenklinik der Bundesknappschaft, An der Klinik 10, D-66280 Sulzbach



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