98. Jahrestagung der DOG 2000
V 534
Zur Bedeutung des Screenings visueller Funktionsstörungen bei Kindern
K. Jokisch, W. Haase, T. Lifke
Einleitung: Die hohe Rate von Amblyopien und visuellen Funktions-störungen bei Kindern im Alter von 9 bis 12 Jahren zeigt die Notwendigkeit sehr früher Reihenuntersuchungen zur Prävention und rechtzeitigen Therapie von Sehstörungen .
Methoden: Bei Kindern im Alter von 9-12 Jahren ( n= 623) wurden folgende Untersuchungen durchgeführt: Mit dem Rodenstock R 5- Gerät erfolgte die Prüfung des Fern-/ Nahvisus, ein Phorie- und ein Stereotest . Es wurde die Prüfung des Nahvisus mit dem C-Test (Einzel-und Reihen-optotypen) vorgenommen. Die Stereoprüfung erfolgte mit dem Titmustest. Weitere Tests wurden durchgeführt: Fixationsprüfung, Skiaskopie, Cover-test F /N, Spaltlampenmikroskopie, Funduskopie.
Ergebnisse: Von 623 Patienten
im Alter von 9-12 Jahren wurden n= 78 nennenswerte Refraktionsanomalien gefunden
(12.5 %). Am häufigsten lagen Hyperopien vor (n=43 /6.9 %). Bei 23 Kindern war
eine Myopie zu finden (3.7 %), es lagen n= 23 ( 3.7%) Anisometropien vor sowie
n=12 Astigmatismen (1.9%). Bei n= 216 (34.7%) Patienten konnte eine Hetero-phorie nachgewiesen werden. Eine manifeste Stellungs-anomalie wurde bei n= 33 Patienten gefunden, das entspricht 5.3 %. Bei n= 11 (33.3 %) der33 Schielpatienten lag eine Amblyopie vor. Aufgrund der Amblyopie-definition von C-Test-Einzeloptotypen < 0.7 und Reihenoptotypen < 0.63 fanden sich im gesamten Patientenpool n= 26 (4.2 %) Amblyopien. Mor-phologische Auffälligkeiten waren bei n=14 ( 2,2%) Patienten nachzu-weisen. Insgesamt wurden von 623 untersuchten Patienten bei n=88 Patienten (14.1%) therapiebedürftige Anomalien gefunden.
Diskussion: Die in unserer Studie gefundenen Ergebnisse, daß bei 5.3 % der 9-12jährigen Kinder ein manifester Strabismus vorliegt, entsprechen den internationalen Ergebnissen anderer ophthalmologischer Reihenunter-suchungen.
Augenklinik des AK Barmbek, Rübenkamp 148, D - 22307 Hamburg
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