98. Jahrestagung der DOG 2000

V 55

Das Schicksal von Trabekulektomien bei nachfolgender Kataraktoperation

H. Mietz, A. Andresen, G.K. Krieglstein

Einleitung: Die kombinierte Operation von Glaukom und Katarakt scheint oftmals klinisch notwendig. Zunehmend wird dies aber nur bei gleichzeiti-gem Einsatz von Antimetaboliten empfohlen. Es erscheint daher sinnvoll, an einer größeren Gruppe von Patienten die Erfolgsrate von Trabekulektomien bei zweizeitigem Vorgehen festzustellen.

Methoden: Es wurden 107 konsekutive Fälle untersucht, bei denen nach Trabekulektomie eine Operation des grauen Stares mit Kunstlinsenimplan-tation erfolgte.

Ergebnisse: Der mittlere Abstand zwischen Filtrationseingriff und Linsen-operation betrug 58.1 Monate, die mittlere Verlaufsbeobachtung nach Ka-taraktoperation 30.2 Monate. Die zentrale Sehschärfe besserte sich im Durchschnitt um 4 Zeilen. Vor der Kataraktoperation waren 53% der Augen ohne Therapie reguliert (Gruppe 1), 28% mit Therapie reguliert (Gruppe 2) und 19% nicht reguliert (Gruppe 3). Von Gruppe 1 waren am Ende der Nachbeobachtungszeit noch 61% ohne Therapie reguliert. Kein Auge war nicht reguliert. Von Gruppe 2 benötigten 23% am Ende keine drucksenken-de Therapie, während 4% unreguliert waren. Bei Gruppe 3 waren am Ende nur 35% unreguliert, während die übrigen 65% ohne oder mit Therapie reguliert waren.

Schlußfolgerung: Augen mit erfolgreicher filtrierender Glaukomoperation scheinen nach Kataraktoperation weiterhin eine gute Prognose zu haben. Augen, die mit Therapie reguliert sind oder unreguliert sind haben eine Chance der Verbesserung der Drucksituation nach Kataraktoperation. Das zweizeitige Vorgehen scheint nicht notwendigerweise schlechte mittelfristi-ge Ergebnisse der Druckregulierung zu erzeugen.

Augenklinik der Universität zu Köln, 50924 Köln



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