98. Jahrestagung der DOG 2000

K 551

Präzision der binokularen 3D-Videookulographie (B3D-VOG)

K. H. Wassill, H. Kaufmann

Einleitung: Während beim Prismen-Cover-Test die Position des einen Auges relativ zu der des anderen Auges gemessen wird, mißt die B3D-VOG die Position relativ zu einem Kopf-gestützten Referenzrahmen. Die Messung der Rotation um die Blicklinie geschieht durch ein Überlagerungsverfahren von Irissegmenten. Die binokulare Differenz entspricht einem 3D Schielwinkel. Idealerweise ist der Messbetrag mit der Stärke eines zu fusionierenden Prismas identisch.

Methoden: Die Fusion erfolgte sowohl mit auf- und absteigender Stärke der Prismen, als auch in randomisierter Reihenfolge bis zu den Grenzen der physiologischen Fusionsfähigkeit. Unter Verwendung einer Kinnstütze sind Schwankungen der Kopfposition identisch mit Bewegungen des nicht fusionierenden Auges. Dadurch wird ein Beißbrett vermieden, und die Akzeptanz der Methode erhöht.

Ergebnisse: An fixierten Modellaugen liegt die maximale Auflösung der Videookulographie im Pixelbereich von 0,01 Grad. Die physiologische Unruhe durch Mikrosakkaden bedingt eine Standardabweichung von 0,18 horizontal, wie unten gezeigt, vertikal 0,8, und torsional 0,9.

Nr.

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

Soll=6°

6,0

6,0

6,1

5,9

5,8

5,8

5,6

5,7

5,8

5,5



95% aller Meßergebnisse liegen innerhalb des 2-Sigma-Konfidenzintervalles im geprüften Gesichtsfeld mit einem Durchmesser von 18 Grad.

Die randomisierte Reihenfolge der Prismen vermied die beobachteten Vorhang-Nachhang Effekte bei auf- und absteigenden Prismenreihen.

Da die Rotation des handgehaltenen Prismas um die Blicklinie zu Schwankungen des horizontalen und vertikalen Anteiles führt, wurde das zu messenden Prisma aufgesetzt. Primäre, sekundäre und tertiäre Blickpositionen sind bei der B3D-VOG mit denselben Standardabweichungen behaftet.

Diskussion: Die Präzision der geprüften B3D-VOG ist im zentralen Blickfeld ausreichend, ein größerer Meßbereich ist wünschenswert.

Unterstützt durch DFG Projekt Nr: 1366/1-1 030/98

Augenklinik für Schielbehandlung und Neuroophthalmologie der Justus-Liebig-Universität, Friedrichstr. 16, D- 35392 Giessen



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