98. Jahrestagung der DOG 2000

P 563

Frühestmögliche Linsenimplantation bei Cataracta congenita

S. Clemens, F. Tost

Einleitung: Zur Vermeidung der Deprivationsamblyopie ist die möglichst frühzeitige optische Rehabilitation des kindlichen Auges notwendig. Hohe Nachstarbildungsraten und stärkere Reizzustände stehen jedoch bis jetzt der Linseneinpflanzung vor dem 2. Lebensjahr entgegen.

Patient: In einem Fall einer Cataracta congenita wurde im ersten Lebensjahr nach einer Lentektomie und vorderen Vitrektomie eine spezielle 4-Punkt-Suspension einer intraokularen Hinterkammerlinse durchgeführt. Bei fehlendem Strabismus wurde eine Teilzeitokklusion angeschlossen.

Ergebnis: Die Sehschärfe konnte nach einem Beobachtungszeitraum von 4 Jahren von nicht meßbar auf 0,5 angehoben werden. Bis auf einen anfänglichen stärkeren Reizzustand wurde keine Komplikation beobachtet. Eine Nachstarentfernung entfiel wegen der kompletten Entfernung der Linsenanteile. Eine leichte Pseudophakodonesis zeigt den lockeren Kontakt der Suspension an und stört nicht den Sehvorgang.

Diskussion: Das geschilderte Verfahren ist ein Weg zur verträglichen, möglichst frühzeitigen Intraokularlinsenimplantation mit gleichen Bildgrößen und ohne Zusatzkorrektur im Nahbereich. Der spätere Linsenaustausch ist durch fehlenden Kontakt zum Ziliarkörper leicht möglich.

Augenklinik, Ernst-Moritz-Arndt-Universität, Rubenowstr. 2, D-17487 Greifswald



Zurück