V 570
T. Walkow, U. M. Klemen
Hintergrund: Ziel der vorliegenden Studie war eine prospektive Untersuchung der Patientenzufriedenheit nach Implantation von diffraktiven Multifokallinsen in Abhängigkeit von objektiven Parametern.
Patienten und Methoden: Im Rahmen einer prospektiven, randomisierten Studie wurden bei 69 Augen von 50 Patienten (mittleres Alter 65,0 Jahre) eine diffraktive Multifokallinse implantiert. Es wurden der unkorrigierte und bestkorrigierte Nah- und Fernvisus, der prä- als auch postoperative Astigmatismus, das postoperative sphärische Äquivalent, die Kontrastsehschärfe und der Blendungsvisus (Humphrey Autorefraktor 570), die Kontrastempfindlichkeit (Pelli Robson Tafeln) sowie die Tiefensehschärfe (Defokussierkurven von +5,0 bis -5,0) zwölf Monate postoperativ bestimmt. Aus subjektiver Sicht erfolgte eine Befragung der Patienten zu störenden optischen Phänomen (Halos, Blendungserscheinungen), ihrem Brillentrageverhalten und dem subjektiven Gesamteindruck.
Ergebnisse: Der mittlere unkorrigierte Visus betrug postoperativ monokular 0,85, binokular 0,98, der Nahvisus betrug im Mittel Nieden 1,03 monokular und Nieden 1,0 binokular. Das sphärische Äquivalent war im Mittel 0,17±
0,43 D und der mittlere Astigmatismusbetrag 0,64 D postoperativ. Auf einer Skala von 0 ( keine) bis 4 (sehr stark) ergab sich für Halos ein Score" von 0,45 und für eine erhöhte Blendempfindlichkeit ein Score" von 0,38. Das Brillentrageverhalten korrelierte hoch mit dem postoperativen sphärischen Äquivalent und dem postoperativem Astigmatismus. Die mittlere Gesamtzufriedenheit betrug 0,51 (0=ausgezeichnet, 4=nicht zufrieden). Die subjektive Gesamtzufriedenheit wurde signifikant durch den unkorrigierten Fernvisus, das Alter, die Kontrastempfindlichkeit, den Betrag des postoperativen Astigmatismus und das postoperative sphärische Äquivalent beeinflußt (p<0,05).
Zusammenfassung: Für diffraktive Multifokallinsen ist aus biometrischer Sicht postoperativ eine Emmetropie mit einem möglichst geringen postoperativen Astigmatismus anzustreben. Optische Phänomene wie Halos und erhöhte Blendungserscheinungen waren häufiger bei jüngeren Patienten zu beobachten, führten jedoch insgesamt aus Patientensicht nicht zu einer signifikanten Beeinträchtigung des Gesamteindruckes.
Augenklinik des A.Ö.K. der Landeshauptstadt St. Pölten, Probst-Führer-Straße 4, A-3100 St. Pölten