98. Jahrestagung der DOG 2000

P 571

Erweiterter Indikationsbereich für die multifokale Intraokularlinse (MIOL) Array: Erste Ergebnisse

S. Gross, H. B. Dick, N. Pfeiffer

Patienten mit hohen Myopien oder Hyperopien sind mit refraktiver Chirurgie oft nicht zufriedenstellend zu korrigieren. Wir untersuchten, ob die Kataraktextraktion mit Implantation einer refraktiven MIOL (Array SA-40N, Allergan) im erweiterten Brechkraftbereich (< +16,0 dpt und > +24,0 dpt) zu hoher Patientenzufriedenheit führte.

Patienten und Methode: Bei 23 Augen von 12 Patienten (10 mit Katarakt, 13 mit klarer Linse) wurde eine SA-40N implantiert. Prä- und postoperativ wurden folgende Meßwerte bestimmt: unkorrigierter und korrigierter Visus für Nähe und Ferne sowie die Refraktion. Des weiteren umfaßte die postoperative Kontrolle die Bestimmung der Abweichung von der Zielrefraktion sowie der Patientenzufriedenheit (Fragebogen).

Ergebnisse: Postoperativ betrug der Median der Nahsehschärfe unkorrigiert Visusstufe 4 nach Birkhäuser und korrigiert Visusstufe 1 nach Birkhäuser. Der Median des korrigierten Fernsehvisus betrug bei den Kataraktpatienten präoperativ 0,4 und bei den Patienten mit klarer Linse 0,5. Postoperativ konnte unkorrigiert ein Median von 0,7 bei Augen der Kataraktgruppe und von 0,5 bei Augen nach clear lens extraction (CLE) erzielt werden. Mit entsprechender Korrektur konnte noch ein Visusanstieg von 1-2 Zeilen erreicht werden. Alle Augen der Kataraktgruppe und 77% aller Augen nach CLE nahmen Lichtsensationen wahr, die aber bei ca. 80% als nicht störend oder nur als mäßig störend empfunden wurden. Die Patientenzufriedenheit war hoch. Kein Patient würde sich bei erneuter Fragestellung gegen die MIOL entscheiden.

Zusammenfassung: Die Implantation multifokaler Hinterkammerlinsen zur Korrektur hoher Fehlrefraktionen bietet sowohl bei Patienten mit Katarakt als auch bei Patienten mit klarer Linse eine sinnvolle Option für das Sehen ohne Brille in der Ferne, dem Zwischenbereich und in der Nähe. Allerdings bleiben längere Beobachtungszeiträume an größeren Patientenkollektiven abzuwarten, um eine endgültige Aussage treffen zu können.

Universitäts-Augenklinik, Johannes Gutenberg-Universität, Langenbeckstrasse 1, 55131 Mainz, Deutschland



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