98. Jahrestagung der DOG 2000

R 578

Chirurgische Astigmatismuskorrektur mit lamellierender Keratotomie: Vierjahreserfahrung und aktueller Stand mit topographisch orientierter Keratotomie

D. T. Pham, A. Bauer, K. Nordwald*, N. Anders*

Einleitung: Mit der lamellierenden Keratotomie (LK) kann ein kornealer Astigma-tismus effektiv korrigiert werden. Durch die Verlagerung der Keratotomie zur Hornhautmitte im Sinne eines lamellierenden Schnittes ist die LK der bisherigen T-Inzision überlegen. Das Vermeiden der erforderlichen Schnitt-Tiefe bei der T-Inzision von > 90 % der Hornhautdicke ergibt zwei wesentliche Vorteile für das la-mellierende Verfahren: die mechanische und die refraktive Stabilität. Für die Do-sierung spielt die Länge der Keratotomie von 3 und 5 mm die entscheidende Rolle, wobei die lamellierende Strecke möglichst bei 1.75 mm konstant gehalten werden soll. Die Schnitt-Tiefe von ca. 50 % der Hornhautdicke dürfte theoretisch bei einer Schwankung von +/- 20 % keine refraktive Konsequenz hervorrufen. Eine hohe Standardabweichung des Korrektureffekts erfordert eine weitere Optimierung der Technik.

Patienten und Methode: Analyse der Langzeitergebnisse der LK. Unter Einsatz der kornealen Topographie sollen weitere Parameter - vor allem die der individuel- len Charakteristika - des kornealen Astigmatismus untersucht werden.

Ergebnisse: Langfristig zeigte die 7 mm optische Zone (OZ) eine Korrekturwir- kung von 3.90 D, die über 3 Jahre stabil bleibt. Die komealen topographischen Untersuchungen von 500 aufeinanderfolgenden Patienten mit einem komealen Astigmatismus von 0.5 bis 6.0 D weisen eine statistisch signifikante Korrelation der Astigmatismushöhe und der Fläche des steilen Meridians auf, und zwar sowohl in der 3 mm, 3 -5 mm als auch in der 5 -7 mm OZ. Die geringste Standardabwei- chung ist im Bereich des Astigmatismus von 1.5 -2.5 D erhebbar. Außerhalb der Korrelation waren allerdings in Abhängigkeit von der Astigmatismushöhe und -zone 14- 38% der ermittelten Daten festzustellen.

Zusammenfassung: Eine mögliche Verbesserung der LK kann durch eine individuelle Berücksichtigung der topographischen Befunde erzielt werden. Es werden vorläufige Ergebnisse nach einer Beobachungszeit von bis zu einem Jahr nach diesem Verfahren dargestellt.

Augenklinik, Krankenhaus Neukölln, Rudower Straße 48, D- 12313 Berlin

*Augenklinik im Klinikum Virchow / Charité, Augustenburger Platz 35, D -13353 Berlin



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