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F. Weinand, C. Bauer Augenklinik der Justus-Liebig-Universität,
Friedrichstrasse 18,
D-35385 Gießen
Die Myiasis beim Menschen ist ein Krankheitsbild, welches durch den Parasitismus von Fliegenlarven (Maden) verursacht wird. Der Befall des äusseren Auges wird dabei als Ophthalmomyiasis externa bezeichnet. Eine in Deutschland erworbene Ophthalmomyiasis stellt eine Seltenheit dar, da die Überträger, die Nasenfliegen des Schafes (Oestrus ovis species) in Europa hauptsächlich in der warmen Mittelmeerregion vorkommen. Neben dem Fallbericht und der detaillierten Beschreibung der Larven und ihres Lebenszyklus wird ein Überblick über die in Deutschland erworbenen Fälle und deren Therapie gegeben.
Kasuistik: Ende August 1999 stellte sich ein 28 jähriger Mann im Notdienst unserer Augenklinik mit einem unangenehmen Fremd-körpergefühl am linken Augen vor. Aus einem kleinen Ort im Westerwald kommend sei ihm in den frühen Abendstunden beim Anschieben seines Motorrades etwas gegen das linke Auge geflogen, worauf sich kurze Zeit später ein Fremdkörpergefühl eingestellt habe. Die sonstige ophthal-mologische Anamnese war unauffällig. Bei der Spaltlampenuntersuchung fanden sich im Bindehautsack und subtarsal lichtscheue, gut bewegliche ca. 1.5 mm grosse weissliche Maden. Diese wurden mechanisch entfernt, danach der Bindehautsack mit physiologischer Kochsalzlösung gespült. Eine Lokaltherapie erfolgte nicht.
Schlussfolgerungen: Nicht nur bei Urlaubern aus der Mittelmeerregion, sondern auch in Deutschland muss im Spätsommer mit einem Larven-beFall des äusseren Augens durch Oestrus ovis gerechnet werden. Eine sorgfältige Suche und Entfernung der Larven ist nicht nur wegen des unangenehmen Fremdkörpergefühls notwendig, sondern auch weil die Larven in das Augeninnere eindringen können, was dann zu visus-bedrohenden Komplikationen führen kann.