P 629
O. Ehrt Augenklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München, Mathildenstr. 8, D - 80336 München
Einleitung: Seit Januar 2000 ist für den ambulanten und stationären Bereich die Diagnosekodierung nach der ICD-10 SGB-V gesetzliche Pflicht. Darüber hinaus besteht besonders im Kliniksbereich der Wunsch, die Kodierung auch für wissenschaftliche Auswertungen und die Archivierung von Befunden zu verwenden. Die 4-stellige ICD-10 ist dafür jedoch wegen ihrer z.T. sehr groben Einteilung nur bedingt geeignet. Der Einsatz eines zweiten, eigenständigen Diagnoseschlüssels erscheint nicht sinnvoll, da eine Doppelkodierung unnötig arbeitsaufwändig ist.
Methoden: Die ICD-10 SGB-V wurde um maximal zwei Stellen zur ICD-10aug erweitert, um die ophthalmologisch relevanten Diagnosen differenziert darzustellen. Die Empfehlungen des DIMDI zur Erstellung fachspezifischer Ausgaben wurden dabei berücksichtigt. Die aktuelle Überarbeitung (ICD-10aug, Version 5.0) vom Februar 2000 basiert auf der seit 1993 in der Augenklinik der LMU eingesetzten ICD-10aug, die seit 1998 auch auf dem WWW-Server der DOG veröffentlicht ist, eigenen Erfahrungen bei der Kodierung, Empfehlungen von Kollegen und den Suchanfragen auf dem Server der DOG. Neben einer Systematik wurde auch ein alphabetischer Thesaurus erstellt. Beides steht als Heft und auf dem WWW-Server der DOG zur Verfügung.
Ergebnisse: Die ICD-10aug ist in den ersten 4 Stellen voll kompatibel zur ICD-10 SGB-V, so daß der amtlich geforderte Diagnosekode durch einfaches Weglassen der 5. und 6. Stellen aus der internen Diagnosekodierung generiert werden kann. Die ICD-10aug umfaßt ca. 3000 Diagnosen, von denen ca. 1800 zur 5- und 700 zur 6-stelligen Erweiterung zählen.
Diskussion: Mit der ICD-10aug
steht allen Interessierten ein differenzierter Diagnosekode zur Verfügung, der
sowohl die gesetzlichen Bestimmungen als auch die Anforderungen an eine
wissenschaftliche Archivierung und Auswertung erfüllt. Da sie kompatibel zur
ICD-10 ist, kann sie allerdings nicht alle Schwächen der ICD-10 beseitigen, z.B.
die für den klinischen Alltag weniger geeignete Grundstruktur oder die fehlende
Multiaxialität.