98. Jahrestagung der DOG 2000

K 635

Optimierte Bestimmung von Intraokularlinsen

H. Lahdo, J. Wahl, P.-R. Preußner   

Hintergrund:
IOL werden meist durch Näherungsformeln bestimmt, in die Meßwerte, Schätzungen, Herstellerangaben und mehr oder wenige genaue Rechenverfahren eingehen, deren Anteile am einzelnen Ergebnis meist nicht mehr erkennbar sind. Bemühungen, den bestmöglichen Mittelwert für ein Patientenkollektiv zu bestimmen, führen nicht notwendigerweise auch zur besten Linse für solche Augen, die wegen starker Myopie oder Hyperopie von den mittleren Biometriewerten abweichen. Ziel ist, auch für sie eine Aussage über die Zuverlässigkeit der Linsenanpassung zu erhalten. Daher müssen methodisch getrennt werden: 1.) Messungen mit Fehlerangaben, 2.) genaue optische Rechnung, 3.) Prognose der wahr-scheinlichsten postoperativen Vorderkammertiefe.

Methode: Wir verwenden eine numerische Rechnung (Ray-Tracing), deren Fehler unabhängig von der Größe des Auges unter 0.01 dpt liegt. Als Herstellerangaben werden für die IOL vorderer und hinterer Krümmungsradius, Mittendicke und Brechungsindex benutzt. Bisher sind 25 Linsentypen (ca. 1000 Linsen) der Hersteller Acri.Tec, Alcon, Allergan, Morcher und Pharmacia-Upjohn erfaßt. Für die Meßwerte (Laser-Interferometrie, Ultraschall, Hornhauttopometrie) wird der Meßfehler des Endergebnisses durch eine Fehlerfortpflanzungsrechnung bestimmt. Für die Voraussage der wahrscheinlichsten post-operativen Vorderkammertiefe wird ein Least-Square-Fit berechnet, dessen Ergebnis dem Anwender vorgeschlagen wird.

Ergebnisse: Für verschiedene Linsentypen wurden mittels prae- und postoperativ gemessener Werte Fit-Parameter für die wahrscheinlichste postoperative Vorderkammertiefe bestimmt. Dieser Datensatz wird kliniksintern ständig aktualisiert. Mehrere Fehler in den Herstellerdaten wurden durch interne Konsistenzprüfungen identifiziert und gemeinsam mit den Herstellern korrigiert.

Schlußfolgerung: Die beschriebene Vorgehensweise erhöht die Genauigkeit der IOL-Bestimmung zwar nicht für durchschnittliche, wohl aber für die in den Randbereichen der Verteilung liegenden Augen. 
 

Universitäts-Augenklinik, Langenbeckstr. 1, D-55101 Mainz



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