98. Jahrestagung der DOG 2000

K 665

Kontinuierliche Leuchtdichteerhöhung (CLIP-Strategie) als neue Methode zur Schwellenbestimmung bei der automatischen Rasterperimetrie

B. Wabbels, G. Kolling

Einleitung: Bei der automatischen Rasterperimetrie finden zur Schwellenbestimmung meist Eingabelungsstrategien Verwendung. Nachteilig sind die lange Untersuchungsdauer und die zunehmende Schwierigkeit durch im Untersuchungsverlauf immer schwellennähere Reizdarbietung. Bei der neuen CLIP-Strategie (continuous light increment perimetry) wird die Leuchtdichte ausgehend von einem unterschwelligen Startwert kontinuerlich erhöht. Die neue Strategie wird in dieser Studie mit den Ergebnissen der bekannten 4/2-Strategie verglichen.

Methoden: Zehn Normalprobanden (Alter 20 - 30 Jahre) wurden an 27 Testlokalisationen im zentralen 30°-Gesichtsfeld je zehn mal mit der 4/2-Strategie und mit der CLIP-Strategie am Twinfield-Perimeter getestet. Der jeweilige Startwert liegt dabei 5 dB unterhalb der erwarteten alterskorrelierten Schwelle. Die Leuchtdichte wird dann kontinuierlich (um 1 dB pro Reaktionszeit) ausgehend vom Startwert bis zur Erkennung erhöht.

Ergebnisse: Die Schwellen mit der CLIP-Strategie waren vergleichbar mit den bei der 4/2-Strategie ermittelten (MS von 24,6 versus 22,5 dB). Die intraindividuelle Streuung lag mit mittleren Standardabweichungen von 1,2 dB bei der CLIP-Strategie und 1,4 dB bei der 4/2-Strategie ebenFalls ähnlich, ohne Unterschied zwischen Zentrum und Peripherie (1,2 bis 1,6 dB). Die Untersuchungsdauer der 4/2-Strategie war mit ca. 4 min mehr als doppelt so lang wie bei der neuen Strategie (< 2 min).

Diskussion: Die CLIP-Methode zeigte mit der 4/2-Strategie vergleichbare Ergebnisse innerhalb einer deutlich kürzeren Untersuchungszeit. Bei fälschlicherweise zu früh oder zu spät gedrückten Reizen kann eine Nachtestung von deutlich von den Erwartungswerten abweichenden Testorten erfolgen. Eventuell vorhandene zeitliche Summationsphänomene bei Patienten sind Gegenstand weiterer Untersuchungen.

Universitäts-Augenklinik Heidelberg, INF 400, D-69120 Heidelberg



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