98. Jahrestagung der DOG 2000

K 700

Klinische Charakteristika der Aderhautmetastasierung

K.-M. Kreusel1, T. Wiegel2, T. Emmerlich1, N. Bechrakis1

Hintergrund: Die Aderhautmetastase (AM) ist die wichtigste Differential-diagnose des Aderhautmelanoms. Ziel dieser Studie ist die Charak-terisierung des klinischen Erscheinungsbildes dieses häufigsten intra-okularen Tumors.

Patienten und Methode: 69 konsekutive Patienten mit AM wurden hinsichtlich des ophthalmologischen Krankheitsbildes und der kausalen Tumorerkrankung ausgewertet. Bei allen Patienten erfolgte ein Screening (CT Kopf, CT Thorax, CT Abdomen; Knochenszintigrafie) nach weiteren Organmetastasen.

Ergebnisse: 51 Patienten zeigten eine symptomatische, 18 eine asympto-matische AM, diese war bei 49 unilateral, bei 18 bilateral. Bei 43 Pati-enten bestand eine solitäre AM, bei 26 multiple AM (2-15). Der Primär-tumor war bei 57% ein Mammakarzinom, bei 28% ein Bronchialkarzinom, bei 3% ein Nierenkarzinom sowie bei einzelnen Patienten ein Sigma-, Cervix-, Ovarial-, Thymus- oder Prostatakarzinom. 96% der Patienten zeigten weitere Fernmetastasen mit im Median zwei betroffenen Organ-systemen. Beim Bronchialkarzinom trat die AM im Median 1,5 Monate, beim Mammakarzinom im Median 47 Monate nach Diagnose der Tumorer-krankung auf. Bei 53% der Patienten mit Bronchialkarzinom war die AM die Erstmanifestation des Tumors. Bei 33% der Patienten mit Mammakarzinom war die AM das erste Zeichen einer Generalisierung.

Schlußfolgerungen: Aderhautmetastasen finden sich fast nur bei gene-ralisierter Tumorerkrankung. Beim Mammakarzinom treten sie typischerweise Jahre nach Diagnose auf und können das erste Zeichen einer Generalisierung sein. Beim Bronchialkarzinom kann die Aderhaut-metastase das erste klinische Zeichen der Erkrankung sein.

1Augenklinik und 2Abteilung für Strahlentherapie, Klinikum Benjamin Franklin der Freien Universität, Hindenburgdamm 30, D-12200 Berlin



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