98. Jahrestagung der DOG 2000

K 701

Primäres ZNS-Lymphom (hochmalignes B-Zell Non-Hodgkin-Lymphom) mit okulärer Beteiligung

A. Petzold1, A. Zellner2, R. Lommatzsch1

Hintergrund: Von den intraokularen Lymphomen ist das großzellige Lymphom das häufigste und entweder mit Lymphomen des Zentralnervensystems oder mit systemischen Lymphomen verbunden. Man unterscheidet die vitreoretinale Form und die uveale Form, die sich jedoch im fortgeschrittenen Stadium überlappen und nicht eindeutig voneinander unterschieden werden können.

Patienten: Wir schildern den Fall einer 61-jährigen Patientin, die im März 1999 an einem primären ZNS-Lymphom erkrankte. Nach sechs Zyklen Hochdosis-Chemotherapie bildete sich der Tumor komplett zurück, bisher ergab sich kein Hinweis für ein Rezidiv. Im Dezember 1999 stellte sich die Patientin wegen zunehmender Sehbeschwerden auf dem rechten Auge vor. Am Fundus zeigte sich eine fokale weißliche subretinale Läsion mit feiner Pigmenttüpfelung.

Ergebnisse: Nach einer Strahlentherapie des dorsalen Bulbusabschnittes des rechten Auges mit einer Strahlendosis von insgesamt 24 Gy bildete sich das okuläre Lymphom vollständig zurück und es kam zu einer deutlichen Besserung des Visus.
Schlußfolgerung: Bei älteren Patienten mit einer unklaren „Uveitis" und fehlendem Ansprechen auf eine geeignete systemische Steroidtherapie muß differentialdiagnostisch an ein intraokulares Lymphom gedacht werden. Bei frühzeitiger Strahlentherapie ist die Prognose hinsichtlich der erhaltbaren Sehschärfe gut. Die Überlebensprognose insgesamt hat sich mit neueren Therapieansätzen verbessert, eine Heilung dieser Tumoren ist aber bislang noch nicht möglich.

1Gemeinschaftspraxis, Goldschmidstraße 30, D-04103 Leipzig

2Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Klinik und Poliklinik für Neurologie, Fetscherstr. 74, D-01307 Dresden



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