98. Jahrestagung der DOG 2000

P 706

Allopurinol als antiinflammatorische Therapie bei okulärer Toxoplasmose

H. I. Adam, C. M. C. Klais, F. Koch, F. Grus*, H. O. C. Gümbel

Einleitung: Die Kombination von systemischen Antibiotika mit Steroiden hat sich in der Therapie der okulären Toxoplasmose bewährt. Oft treten jedoch Nebenwirkungen auf, die eine Dosisreduktion erfordern. In experimentellen Studien zeigt sich ein antiinflammatorischer Effekt von Allopurinol als Radikalfänger mit immunmodulatorischer Aktivität.

Patienten und Methoden: In diese Pilotstudie wurden 14 Augen von 14 Patienten mit akuter Toxoplasmosechorioretinitis eingeschlossen. Alle Patienten erhielten 6 Mio. IE Spiramycin pro Tag für 8-12 Wochen. Zusätzlich erhielten 8 Patienten 600 bis 800 mg Allopurinol und 6 Patienten 80 mg Prednisolon täglich. In regelmäßigen Abständen erfolgten Kontrolluntersuchungen (Visus, Tonometrie, Vorder- und Hinterabschnittsbefund, Tyndallometrie und Fluoreszenzangiographie).

Ergebnisse: In beiden Gruppen zeigte sich eine rasche Besserung des intraokularen Reizzustandes mit Anstieg der zentralen Sehschärfe. Im Gegensatz zur Allopurinolgruppe traten in der Steroidgruppe Nebenwirkungen auf, die eine Dosisreduktion erforderten (Gewichtszunahme, -abnahme, dermatologische Probleme und akute Depression).

Schlußfolgerung: Im Hinblick auf die antiinflammatorische Wirkung konnten wir keinen Unterschied zwischen der Steroid - und der Allopurinolgruppe beobachten. Zur Dosisreduktion führende Nebenwirkungen zeigten sich nur bei Patienten unter Steroidtherapie.

Augenklinik, Johann-Wolfgang-Goethe-Universität, Theodor-Stern-Kai 7, D - 60590 Frankfurt am Main,
*Augenklinik der Universität Mainz, Langenbeckstr.1, D - 55101 Mainz



Zurück