98. Jahrestagung der DOG 2000

VF 71

Kombinierte Aniridie-Intraokularlinsenimplantation und Pars-plana-Vitrektomie in Fällen mit totaler traumatischer Aniridie und vitreoretinalen Erkrankungen

B. Wiechens

Einleitung: Die totale traumatische Aniridie bringt oft besondere Probleme bei der operativen Versorgung mit sich. Dies gilt besonders, wenn bei gleichzeitig auftretenden vitreoretinalen Erkrankungen eine Pars-plana Vitrektomie (PPV) mit intraokularer Tamponade nötig ist.

Patienten und Methode: Vorgestellt werden 3 Fälle von totaler traumatischer Aniridie, bei denen aus folgenden Indikationen neben der Implantation einer Aniridie-IOL nach Sundmacher zusätzlich eine PPV durchgeführt werden musste:

  1. Dislokation einer sklerafixierten Hinterkammerlinse.
  2. Traumatische Glaskörpereinblutung
  3. PVR-Amotio mit intraokularer Silikonöltamponade
Ergebnisse: Bei allen Patienten konnten komplikationslos die o.g. kombinierten Operationen durchgeführt werden. Postoperativ kam es bei allen Patienten zu einem Visusanstieg. Die Aniridie-IOL zeigte in allen Fällen einen guten Sitz. In dem einen Auge, bei dem eine Silikonöl-tamponade notwendig war, konnte postoperativ durch die Aniridie-IOL ein Silikonölkontakt mit dem Hornhautendothel verhindert werden.

Schlussfolgerung: Eine kombinierte Aniridie-IOL-Implantation mit PPV ist komplikationslos möglich. In solchen Fällen, bei denen eine Silikonöltamponade notwendig ist, kann diese spezielle Linse eine Übertreten des Silikonöls - wie bei dem von Heimann et al. entwickelten Irisdiaphragma - zum Hornhautendothel verhindern. Wird die Prognose quoad visum günstig eingeschätzt, wäre die Implantation einer Aniridie-IOL zu erwägen.

Klinik für Ophthalmologie, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Hegewischstr. 2, D-24105 Kiel



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