98. Jahrestagung der DOG 2000

V 735

Intrakornealer Ring (ICR) – eine chirurgische Alternative zu PRK und LASIK bei niedriger Myopie

H. W. Görges, H. Höh, K. Rehfeldt

Hintergrund: Zur Korrektur der geringen Myopie bis –4,5 dpt steht seit 1996 in Europa und seit 1999 auch in den USA der intrakorneale Ring zur Verfügung.

Methode: Wir berichten über 82 Implantationen bei 54 Patienten, die zur Korrektur der niedrigen Myopie eine Implantation intrakornealer Ringsegmente wünschten. Zu festgelegten Zeitintervallen erfolgte über ein Jahr hinweg die postoperative Nachkontrolle.

Ergebnisse: Die mittlere Ausgangsmyopie beträgt –3,4 dpt. 12 Monate postoperativ wird die Zielrefraktion ± 1 dpt von 97,4 % der Augen erreicht. 92,3 % weichen maximal ± 0,5 dpt ab. Die Refraktion ist bereits nach einer Woche nahezu stabil und zeigt über den Zeitraum eines Jahres keine Regression. Alle Augen erreichen einen unkorrigierten Fernvisus von ³ 0,5, 94,7 % ³ 0,8. Nach frühzeitigem Erreichen der Visusstufe 0,5 steigt der Visus über ein Jahr hinweg kontinuierlich an. Alle Patienten behalten ihren bestkorrigierten Visus ± 1 Zeile. An Komplikationen traten dreimal ein Astigmatismus ³ 2,0 dpt, dreimal eine Dislokation der Ringsegmente und zweimal Diplopie auf. Insgesamt vier Patienten wünschten wegen dieser Komplikationen einen Explantation der Ringsegmente. Alle vier erlangten im sphärischen Äquivalent ihre Ausgangsrefraktion zurück.

Zusammenfassung: Mit dem ICR ist eine Korrektur der Myopie bis –4,5 dpt bei hoher Sicherheit möglich. Ein vorbestehender oder induzierter Astigmatismus kann mittels T-Inzision korrigiert werden. Die Reversibilität ist durch Explantation gegeben, Astigmatismuskorrekturen können durch T-Inzisionen erfolgen.

Augenklinik im Klinikum Neubrandenburg, PF 40 01 35, 17022 Neubrandenburg 

 


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