98. Jahrestagung der DOG 2000

K 736

Corneal Haze nach PRK – Einfluß der individuellen Kollagen Typ IV - Synthese auf die postoperative Hornhauttrübung

C. R. F. Winkler von Mohrenfels, U. Reischl, C. P. Lohmann

Hintergrund: Bei nahezu allen Augen kommt es nach der PRK zur Ausbildung einer subepithelial gelegenen Trübung der Hornhaut ("Haze"), welche zu einer deutlichen Einschränkung des Sehvermögens während der Dämmerung führt. Histologische Studien an humanen Hornhäuten haben gezeigt, dass hauptsächlich Kollagen Typ IV für die Hornhauttrübung verantwortlich ist. Da die Synthese von Kollagen Typ IV derzeit pharmakologisch nicht beeinflusst werden kann, möchten wir über die quantitative Bestimmung der individuellen mRNA Synthese von Kollagen Typ IV einen Test entwickeln, in dem Patienten mit einem erhöhtem Risiko einer Haze-Entwicklung nach PRK detektiert werden.

Patienten und Methode: Bei 34 Patienten (34 Augen) mit einer Myopie zwischen -1,50 dpt und -6,0 dpt wurde eine PRK durchgeführt. Eine Epithelbiopsie wurde unmittelbar vor jeder Operation entnommen und mittels speziell entwickelter PCR die Kollagen Typ IV a 3-mRNA bestimmt und mit Haze und Refraktion nach 6 Monaten korreliert.

Ergebnisse: In allen Proben konnte Kollagen Typ IV a 3-mRNA nachgewiesen werden (Werte zwischen 0,11 und 6,42 (MW 1,47, SD 1,52)). Es zeigte sich eine Korrelation zwischen der Ausprägung der postoperativen Hornhauttrübung und Kollagen Typ IV a 3-Menge (Korrelationskoeffizient 0,87, a <0,01). Zwischen Regression und Kollagen Typ IV a 3-Menge konnte keine Korrelation nachgewiesen werden (Korrelationskoeffizient -0,31, a= 0,075).

Schlußfolgerung: Mit Hilfe dieses PCR-Testsystems lässt sich die individuelle Kollagen Typ IV mRNA Konzentration in den cornealen Epithelzellen quantitativ bestimmen. Als Weiterentwicklung dieses Testsystems könnte eine Art Screeningtest etabliert werden, mit dem Patienten mit einer starken Synthesebereitschaft von Kollagen Typ IV als Hochrisikopatienten heraus selektiert werden könnten.

Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde der Universität Regensburg, Franz-Josef-Stauß-Alee 11, 93053 Regensburg



Zurück