98. Jahrestagung der DOG 2000

K 744

Zentrales 'Flying-Spot-Polishing' bei Verwendung eines 193nm 'Broad-Beam'-Excimer Lasers

K. Nordwald, B. Müller, C. Hartmann

Einleitung: Tritt nach einer photoablativen Korrektur ein 'central island' ('CI') auf, so ist oftmals der (früh)postoperative Visus reduziert. 'Flying-spot'-Systeme induzieren so gut wie keine 'CI', benötigen aber meist höhere Ablationstiefen. 'Broad-beam'-Systeme arbeiten i.d.R. gewebesparender (was vorteilig sein kann bei hohen Korrekturen bzw. sie erlauben größere Behandlungszonen), haben aber eine höhere Inzidenz von 'CI'. Wir verwendeten deswegen ein 'broad-beam'-System mit anschließendem 'flying-spot-polishing' um die Vorteile beider Systeme auszunutzen.

Patienten und Methoden: Wir verwendeten ein 193nm Excimer Laser 'broad-beam'-System der Fa. 'Schwind' mit zusätzlich sich an die übliche Behandlung anschließendem zentralem 'polishing' durch einen 1mm 'flying spot'-modus, der die zentrale Ablationszone nochmals behandelte. Von 30 Pat. wurden 15 mit und 15 ohne 'polishing' in Gruppen ähnlicher Korrekturhöhe verglichen. Prä- und postoperativ wurden sc- und cc-Visus erhoben und mit 'Pelly-Robson-Charts' die Kontrastemfindlickeit geprüft.

Ergebnisse: Die Kombination von gewebesparender 'broad-beam'-Technik und 'CI'-korrigierendem 'flying-spot-polishing' führte bereits bei geringen Korrekturen zu signifikant besseren frühpostoperativen Visusergebnissen und größerer Patientenzufriedenheit. Die mit 'polishing'-Modus behandelten Patienten sahen frühpostop. durchschnittlich eine Lesezeile besser als die Vergleichsgruppe (p=0,027, CI-Reduktion p<0,004). Signifikante Unterschiede in der Kontrastempfindlichkeit ergaben sich nicht.

Schlußfolgerungen: Bei Patienten mit großer Korrekturhöhe oder einer geringen Ausgangsdicke der HH, bei denen neben einer angemessenen Ablationszone auch eine gewebesparende Ablation zur Reduktion eines Keratektasie-Risikos wünschenswert ist, ist die Kombination eines 'broad beam'-Lasers mit zentralem 'flying-spot-polishing' eine Alternative zu alleinigen 'flying-spot'-Systemen. Die Vorteile scheinen sich gerade für LASIK-Patienten zu ergeben, da hier die Hornhaut bereits durch das Schneiden des 'flaps' geschwächt wird und die Korrekturhöhe i.d.R. größer ist.

Augenklinik der Charité, Campus Virchow-Klinikum der Humboldt-Universität zu Berlin, Augustenburger Platz 1, D - 13353 Berlin



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