Qualitätssicherung am Beispiel der Kataraktchirurgie Optimierung eines EDV-gestützten Systems
I. Richard, J. Weißmann, A. Walter, M. Kohlhaas
Einleitung: Vor dem Hintergrund beschränkter Ressourcen im Gesundheitswesen, der Einführung neuer Entgeldformen sowie einer daraus resultierenden steigenden Wettbewerbssituation gewinnt die Qualitätssicherung zunehmend an Bedeutung. An der Universitäts-Augenklinik Hamburg wurden 1996 im Rahmen des internen Qualitätsmanagements Qualitätssicherungsbögen für die Katarakt-, Glaukom-, Ablatio retinae-, Vitrektomie- und Makulachirurgie erstellt.
Methode: Die Qualitätssicherungsbögen für die Kataraktchirurgie enthalten 128 Felder, die in vier Abschnitte unterteilt sind. Diese beinhalten die Basisdaten der Patienten, deren Alter, Liegedauer, ICD-Klassifikation, ASA-Einstufung und Begleiterkrankungen. Weiterhin befassen sich die Bögen mit den präoperativen Befunden, dem intraoperativen Verlauf sowie den postoperativen Daten. Die Eingabe in den Computer erfolgte bis 9/1999 manuell mit einer anschließenden computergestützten statistischen Auswertung und wurde dann auf computerlesbare Bögen umgestellt.
Ergebnisse: Im Bereich Kataraktchirurgie wurde bei der Eingabe und Analyse der Qualitätssicherungsbögen für die Jahre 1997 und 1998 eine Datenerfassung von 98% erreicht. Es konnte z. B. eine beachtliche Anzahl an Kataraktpatienten mit okulären Begleiterkrankungen (23% Makuladegeneration, 20% Voroperationen) und einer hohen systemischen Komorbidität (31% Hypertonus, 18% Diabetes) festgestellt werden.
Diskussion: Eine Vereinfachung der Datenerfassung wurde durch die Umstellung auf ein eigens entwickeltes EDV-System mit der Einrichtung von computerlesbaren Bögen geschaffen. Im Zuge der Erneuerung konnten weitere Verbesserungen erreicht werden: Die Items wurden auf das Wesentliche reduziert und zur Erhöhung der Validität Mußfelder" eingerichtet. Weiterhin werden die Daten der Kataraktchirurgie zur externen Qualitätssicherung bei Fallpauschalen und Sonderentgelten verwendet. Neben der Nutzung zur internen und externen Qualitätssicherung können die Ergebnisse unter Berücksichtigung des Datenschutzes hervorragend als wissenschaftlicher Datenpool genutzt werden.
Augenklinik der Universität Hamburg, Martinistr. 52, D-20246 Hamburg