Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Der Effekt der lokalen Carboanhydrasehemmung auf die Autoregulationskapazität der Sehnervenkopfdurchblutung

Bernd A. S., Pillunat L. E., Boehm A. G., Müller M. F., Feucht M., Mollenhauer K.

Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden


Hintergrund: Bei gesunden Personen wird der Blutfluß der Netzhaut und des Sehnervenkopfes durch Regulationsmechanismen konstant aufrechtgehalten. Ziel dieser Studie ist es, den Einfluß des erhöhten Augeninnendruckes und den modulierenden Effekt der lokalen Carboanhydrasehemmung auf die kapilläre Sehnervenkopfperfusion zu untersuchen.
Methoden: Die Evaluierung der kapillären Zirkulation des Sehnervenkopfes erfolgte mit dem Laser Doppler Flowmeter nach Riva. Damit wurden die mittlere Geschwindigkeit der Erythrozyten, der mittlere Blutfluß und das mittlere Volumen ermittelt. Diese Parameter wurden bei 10 gesunden Personen bei unbeeinflußtem intraokularem Druck (IOD) und nach Erhöhung des IOD mit einem skleralen Saugnapf auf 25, 35, 45 und 55 mmHg als Baseline gemessen. Die Messungen erfolgten auf dem temporalen neuroretinalen Randsaum des Sehnervenkopfes. Der systemische Blutdruck wurde registriert. Alle Personen erhielten eine lokale Therapie mit Dorzolamid-AT 3x täglich für den Zeitraum einer Woche. Danach wurden alle Messungen wiederholt. Die statistische Auswertung erfolgte mit dem Wilcoxon-Test für verbundene Stichproben.
Ergebnisse: Der Augeninnendruck sank von 14 mmHg auf 13 mmHg. Der Blutdruck änderte sich nicht signifikant. Der Parameter Velocity zeigte eine Verringerung während der Augeninnendruckerhöhung, die bei einem IOD von 45 mmHg statistisch signifikant war (Baseline: 0,453AU / 0,442AU / 0,411AU / 0,411AU / 0,372AU; Dorzolamid: 0,451 / 0,457 / 0,402 / 0,382 / 0,353). Der Parameter Volume nahm statistisch nicht signifikant unter beiden Versuchsbedingungen zu (Baseline: 0,152AU / 0,16AU / 0,183AU / 0,206AU / 0,223AU; Dorzolamid: 0,19AU / 0,186AU / 0,219AU / 0,226AU / 0,18AU). Der Blutfluß zeigte bis zu einem IOD von 45 mmHg keine Veränderung ohne Therapie (Baseline: 6,342AU / 6,322AU / 7,118AU / 6,325AU / 5,754AU; bzw. 100% / 100% / 112% / 100% / 91%), nach lokaler Carboanhydrasehemmung aber einen leichten statistisch nicht signifikanten Anstieg ab einem IOD von 25 mmHg (Dorzolamid: 6,96AU / 7,516AU / 7,705AU / 7,166AU / 5,593AU; bzw. 100% / 108% / 111% / 103% / 80%).
Schlußfolgerung: Die Ergebnisse zeigen, daß bei gesunden Personen der kapilläre Blutfluß im Sehnervenkopf bis zu einem Augeninnendruck von 45 mmHg konstant gehalten wird. Unter Dorzolamid-Therapie scheint der Blutfluß schon bei niedrigeren Augeninnendrucken von 25 mmHg zuzunehmen. Dieser Effekt könnte auf einer durch Carboanhydrasehemmung verbesserten Autoregulationskapazität der Sehnervenkopfperfusion beruhen.


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