Abstract 99. Jahrestagung der DOG, 29. 9. - 2. 10. 01 im ICC, Berlin

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Alternaria alternata Endophthalmitis nach Kataraktoperation bei einem abwehrgeschwächten Patienten mit Rektumkarzinom

Bialasiewicz A. A.

Universitäts-Augenklinik Eppendorf, Hamburg, Department of Ophthalmology, SQUH University of Oman, Al Khod/Muscat


Hintergrund: Alternaria alternata ist ein ubiquitärer Umweltkeim und kann als Ursache für eine postoperative und fortgeleitete Endophthalmitis in Frage kommen. Die Kasuistik zeigt die schwierige Differentialdiagnose auf.
Kasuistik: Der am rechten Auge 4 Jahre zuvor operierte (Visus OD cc1.0) 86jährige Patient hatte zwischenzeitlich eine Rektumkarzinom-OP mit Anus praeter erhalten. Über 3 Tage lang nach Kataraktoperation am linken Auge bestand ein positiver Seideltest. 5 Monate später stellte er sich mit Fibrin, Hypopyon 1mm und Glaskörperinfiltration (Fd. schwaches Rotlicht) ohne Hinweis auf ein Trauma zur Vitrektomie vor. Visus OS sc0.05, IOD 24 mmHg, geringe Leukozytose 10.8/nl, BSG 48/85mm.
Ergebnisse: Intraoperativ zeigten sich ein wenig entzündlich veränderter Vorderabschnitt und eine mäßige periphere Glaskörperinfiltration über 180° in der unteren Zirkumferenz, jedoch eingescheidete Gefäße, großflächige graue chorioretinale Infiltrate und prä- und intraretinale Blutungen im zentralen Fundusbereich. Zusätzlich bestand eine präretinale nicht vaskularisierte Membran peripapillär bis zum zentralen Infiltrat. Das aus dem Glaskörper gewonnene Material zeigte bereits im Grampräparat Sproßpilze, die als Alternaria alternata eingeordnet wurden. Die intravitreale (Vancomycin), lokale (Ofloxacin) und systemische (Ciprofloxacin+Imipenem-Cilastatin) antibakterielle Therapie wurde auf Amphotericin B 15mg kombiniert mit 3x2.5g/d umgestellt und das Auge heilte rezidivfrei ab, die BSG normalisierte sich auf 10/26mm. Eine Suche nach systemischen Pilzabsiedlungen verlief erfolglos.
Schlußfolgerungen: Die Differentialdiagnose der fortgeleiteten von einer postoperativen Endophthalmitis hängt von der morphologischen Zuordnung des Entzündungsschwerpunktes, systemischen Entzündungsparametern, der Wahrscheinlichkeit des Vorkommens bestimmter Erreger und der Anamnese abwehrschächender Systemerkrankungen ab.



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